05.02.2016

25 Jahre Azerca West

Freuen sich mit Heinz Manten (Mitte) über dessen Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der Azerca West: Andrew Gallik und Matthias Küppers (r.)

In Geldern-Walbeck gab es am 15. Januar dieses Jahres etwas zu feiern: zu ihrem Silberjubiläum hatte die Arbeitsgemeinschaft Azerca West in den Gasthof „Friedenseiche“ eingeladen. Der mit Azerca-Produkten festlich geschmückte Saal war voll. Nicht nur fast alle Mitgliedsbetriebe mit ihren Familien, sondern auch Wegbegleiter wie Kammermitarbeiter, Verbandskollegen, Vermarkter und Zulieferer waren der Einladung gefolgt.

Der Vorsitzende Matthias Küppers zeigte sich mit dem Zuspruch zu dem lange vorbereiteten Fest sehr zufrieden. Nach der Begrüßung der Ehrengäste bedankte er sich nicht nur bei den Sponsoren, sondern auch ausdrücklich bei Uwe Klemens, Geschäftsführer und Azercaberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der viel Arbeit in die Organisation der Jubiläumsveranstaltung gesteckt hatte.

Die Glückwünsche des Landesverbandes Gartenbau Rheinland e.V. „und der Gärtnerkollegen aus ganz NRW“ überbrachte dessen Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf. Sie hatte auch eine Statistik der Landwirtschaftskammer mitgebracht, die belege, dass Azercabetriebe gegenüber dem Durchschnitt der anderen Topfpflanzengärtnern in NRW den doppelten Betriebsertrag erwirtschaften. Als wesentlichen Baustein zum individuellen Betriebserfolg wertete die Rednerin die Zusammenarbeit der Mitglieder in der Azerca West und ermunterte sie, diesen beispielhaften Austausch im Kollegenkreis auch künftig zu pflegen.

Auch Dr. Waltraut Ruland, Stellvertretende Kammerdirektorin, gratulierte zum 25jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft, deren Konzept den Vorreiter des heutigen Beratungsmodells in Unternehmerkreisen der Landwirtschaftskammer NRW darstelle. Die Einbindung der Beratung und Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft in die Strukturen der Kammer gewährleiste einen schnellen und direkten Zugang zu Pflanzenschutzdienst, Versuchswesen, LUFA und dem Förderreferat. Gemeinsam mit ihrem Berater hätte die Azerca West auch immer wieder Neuland beschritten wie beispielsweise eine betriebswirtschaftliche Sonderauswertung der Azerca-Betriebe im Betriebsvergleich, Werbepräsentationen und die Ausweitung des Kulturspektrums durch neue Produkte.

25 Jahre Azerca West durfte Andrew Gallik, Dienststellenleiter des Versuchszentrums Gartenbau Straelen/Köln-Auweiler und ehemals langjähriger Azercaberater, Revue passieren lassen. Die Gründung der Arbeitsgruppe erfolgte im August 1990, nachdem die Betriebe in den zurückliegenden Jahren stark gewachsen waren und damit auch die Herausforderungen, unter anderem bezüglich Kulturführung und Vermarktung. Gut 50 Gärtner wurden Mitglieder der ersten Stunde und waren bereit, für die Betreuung durch die Landwirtschaftskammer in Form eines eigenen Azercaberaters, der zugleich Geschäftsführer der Azerca West wurde, einen Obolus zu bezahlen. Die Stelle wurde ausgeschrieben und Andrew Gallik kam zum Zuge, der insgesamt 18 Jahre lang erster Ansprechpartner für die Azercabetriebe war.

An die Herausforderungen der Anfangsjahre erinnerte der Redner: das Leistungsspektrum des Azercaberaters, Preisverfall Anfang der 90er Jahre bei Eriken und Azaleen, Callunen, Hebe und Gaultherien als Alternativen, Qualitätsprobleme und Ausfälle durch Cylindrocladium. Wesentlicher Bestandteil des Austausches waren gegenseitige Betriebsbesuche der Mitgliedsbetriebe untereinander, teilweise abgerundet durch eingeladene Lieferanten, Bestandsbewertungen oder Schwerpunktthemen. Außerdem waren die Azercaner stets reiselustig; Gallik zählte unter anderem Touren nach Belgien, Norddeutschland, Dänemark, Süddeutschland, Sachsen, Polen und ins Elsass auf. Als Highlights bezeichnete er die 14tägigen Studienfahrten in die USA 1995 und nach Südafrika 2002.

Zudem erinnerte der Referent an die Ausstellungsaktivitäten der Azerca West auf Verbrauchermessen, Landes- und Bundesgartenschauen. Ein Werbeausschuss wurde gegründet, im Jahr 1996 wurde ein Werbepfennig eingeführt. Als weitere Aktivitäten der Azerca West nannte Gallik unter anderem die Zusammenarbeit mit der Sondergruppe Azerca, diverse Sommer- und Wintertagungen, Firmenjubiläen und die Vorstellung der Heideprinzessin Verena Küppers 2008.

Kein Rückblick ohne Ausblick: wo stehen wir heute nach 25 Jahren, fragte Andrew Gallik. Die Betriebe sind gewachsen und der technische Fortschritt ist rasant inklusive der Nutzung von Smartphone, PC und digitaler Kamera für Zwecke der Betriebsführung und Beratung. Das Spektrum der angebauten Kulturen ist größer geworden und beschränkt sich nicht mehr nur auf Azercakulturen. Die kulturtechnischen Probleme sind andere geworden, aber nicht weniger. Die Anforderungen an die Unternehmer sind gestiegen, sie müssen sich mit geeigneten Fachkräften entlasten. Die Landwirtschaftskammer ist kundenorientierter geworden und wird die Azerca West auch in Zukunft weiterhin gerne begleiten, schloss Andrew Gallik und wünschte alles Gute.

Sabine Aldenhoff