14.05.2019

ADAMAH Biohof in Glinzendorf

6 000 Bio-Abokisten pro Woche für Wien und sein Umland Mit 20 Kisten pro Woche hat alles begonnen. Nun verlassen wöchentlich 6 000 "BioKistl" den Biohof ADAMAH. Der Hofname kommt aus dem Hebräischen, geht auf Adam zurück, bedeutet "Ackerboden – lebendige Erde". 1997 haben Gerhard und Sigrid Zoubek von Sigrid Zoubeks Eltern den Hof übernommen. Mit viel Enthusiasmus, ohne landwirtschaftliche Ausbildung, aber mit fachlicher Unterstützung hat das Paar den Biohof gegründet. Seit 2001 liefert der Betrieb Gemüsekisten aus.

Produktionsgebäude von ADAMAH Biohof
Foto: Bohnert

Der reine Familienbetrieb, für den auch die vier Kinder und rund 100 Angestellte arbeiten, generiert rund 10 Mio. Umsatz im Jahr. Früher hatte die Betriebsleiterfamilie 15 Marktstände, aber diese lohnen sich nicht mehr. Nun setzt der Betrieb bei der Vermarktung ganz auf Bio-Abokisten, Hofladen und Veranstaltungen.

Unter den 4 000 Produkten bietet ADAMAH 50 % Eigenanteil bei Gemüse. Der Biohof baut unter anderem Tomaten, Auberginen, Paprika, Salate und Babyleefsalate, Kürbisse, Gurken und Kräuter an. Regionale Produkte, die nicht selbst produziert werden können, kauft der Betrieb bei umliegenden Betrieben ein. Internationales Gemüse und Obst nimmt der Hof nur als zertifizierte Ware in sein Sortiment auf, denn auch Produkte wie Kaffee und Bananen müssen auf Kundenwunsch geliefert werden können. 

Die Organisation hinter der Bio-Abokiste

Das Packen der Biokisten und die Planung der Liefertouren ist mit einem großen Logistikaufwand und hohem Personalbedarf verbunden. Für die harte Arbeit ist es schwer, Personal zu bekommen. Für das Bestellen und Bestücken der Kisten wurde ein spezielles EDV-Programm entwickelt. Ein Disponent plant die tägliche Tour der Fahrten, die in den Umkreis von 100 km führen. 

Drei Lkws liefern täglich die landwirtschaftlichen Produkte zur Halle der Vorkommissionierung. Der Gemüse-/Obstkistenbetrieb läuft in drei Schichten. Es gibt 13 verschiedene Kistenarten, davon jede in klein, mittel und groß. 20 % der Kisten sind variable Kisten, 80 % der Kunden abonnieren eine Standardkiste. Jede Woche ändert sich die Bestückung. Produkte wie Brot, Käse und Säfte können Kunden zur Abokiste hinzubestellen. 

In jeder Kiste befinden sich im Schnitt 15 Produkte. Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten etc. werden eingewogen. Eine Differenz von +/- 5 % zu dem für die Kiste angegebenen Gewicht pro Gemüse-/ bzw. Obstart wird toleriert. Die Produkte werden in Frischhaltetüten aus Stärke gepackt. Die schweren Gemüse- und Obstsorten kommen unten in die Kiste, die leichten werden oben auf gepackt. Leicht verderbliche Produkte kommen in Thermoboxen. Für Kisten und Thermoboxen gibt es ein Pfandsystem.

Um 2 Uhr in der Frühe werden die Kisten eingeladen, Rechnung und Rezeptblatt der Kiste beigefügt und eine letzte Kontrolle vorgenommen. 16 Kühl-Lkws liefern täglich (Montag bis Freitag) die Waren aus, dabei ist das Liefergebiet in fünf Zonen eingeteilt, von denen täglich eine beliefert wird. 

Der typische Bio-Kisten-Abonnent

Weiblich, etwa 38 Jahre und eine bewusste Einkäuferin, die selbst kocht und eine junge Familie mit im Schnitt 1,5 Kinder hat, so sieht der, besser gesagt die typische Bio-Kisten-Abonnetin aus. Sie lebt mit ihrer Familie in einer Wiener Wohnung im 3. Stock. Laut ADAMAH würden 70–90 % der Kundinnen und Kunden, wenn sie die Abokiste nicht hätten, in den Supermarkt gehen. „Die Abokiste ist einem Lebensabschnitt unterworfen. Daher gibt es hier eine hohe Fluktuation. Im Schnitt wird die Abokiste fünf Jahre lang, Tendenz kürzer, bestellt“, erklärt Elmar Fischer-Neuberger, der für den Breich "Märkte und Innovation" bei ADAMAH zuständig ist. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde liegt pro Kiste bei 28 €. 

Individuelle Bio-Abokisten

Neben dem Basis-Kistl gibt es ein „Büro & Schul Kistl“, ein „Büro Obst Kistl“, ein „Büro Gemüse Kistl“, ein „Easy Cooking Gemüse Kistl“, ein „Gemüse Kistl“, „Obst Kistl“, ein „Gemüse & Obst Kistl“, ein „Mutter & Kind Kistl“, „Salat & Rohkost Kistl“, „Saft Kistl“ sowie mit ausschließlich regionalen Produkten. Den Inhalt der Bioabokiste kann man je nach Bedarf bezogen auf Inhalt und Menge variieren, bestimmte Gemüse- und Obstsorten ausschließen oder austauschen und zusätzliche Produkte mitbestellen. 

Die Lieferung erfolgt, sofern nicht anders gewünscht, wöchentlich bis vor die Tür, d.h. egal ob zu Hause oder im Büro an den jeweils vereinbarten Abstellort. 80 % der Kunden und Kundinnen sind nicht da, wenn die Abokiste geliefert wird. Mindestbestellwert sind 17 €, pro Lieferung wird eine Lieferpauschale von 2,40 € fällig. Ab einem Warenwert von 21 € wird gratis geliefert. 

Hofladen und Events

Viele Veranstaltungen wie Kindergeburtstage, (Kinder-)Kochen, Workshops und Exkursionen führt ADAMAH jährlich auf dem Hofgelände durch. Einmal im Monat können Interessierte an der einstündigen Führung durch den Biobetrieb teilnehmen. Mit „Schule auf dem Bauernhof“ informiert Simon Zoubek Schülerinnen und Schüler in einer kinder- bzw. jugendgerechten Führung darüber, wie das Gemüse vom Feld in die Biokiste kommt. Das ADAMAH-Großevent im Jahr ist das Hoffest, zu dem 5 000 Besucherinnen und Besucher kommen. 

Isabelle Bohnert


Industrie-News



Informatives



Ausgabe 08/2019

 

Schädlinge und Krankheiten im Obstbau

Service

Quicklinks