08.10.2014

Bekämpfung von Wühlmäusen

von Birgit Scheel

Wühlmäuse können im Obstbau immer wieder massive Schäden anrichten. Insbesondere in einigen Regionen tritt mittlerweile alle zwei bis drei statt wie bisher alle fünf bis sechs Jahre eine Massenvermehrung von Feldmäusen auf und führt vielfach zu Ertragsausfällen für die Landwirte. Aus diesem Grund ist eine effektive und direkte Mäusebekämpfung von großer Bedeutung.

Die Förderung natürlicher Feinde von Mäusen, das Fangen der Mäuse mittels Fallen oder Begasungsmittel können der Mäuseinvasionen in der Regel nur teilweise Einhalt gebieten. Je nach Umfang des Wühlmausaufkommens ist eine chemische Bekämpfung notwendig. Dabei ist aufgrund politischer Forderungen und den daraus erfolgten gesetzlichen Anforderungen eine oberirdische Ausbringung mit breitwürfig gestreuten Rodentiziden ohne Köderstationen zum Schutz anderer Tierarten, insbesondere von Vögeln, verboten. Gesetzlich zugelassen ist nur noch eine verdeckte Ausbringung von Köderprodukten. Eine direkte Lochbehandlung reduziert nicht nur den Bekämpfungserfolg bei Wühlmäusen, sie führt auch zu einer deutlich höheren Belastung für die Obstbauer hinsichtlich der Arbeitszeit und Kosten. Deshalb kann diese Art der Behandlung nur auf kleineren Flächen sinnvoll durchgeführt werden. Auf größeren Flächen bietet sich die Köderausbringung mit einem Köderlegegerät an.

Köderlegegerät

Seit Jahren im Obstbau bekannt ist der Feldmauspflug der Firma Heptig in Renchen-Ulm. Ein ähnliches Prinzip hat die Schweizer Firma Land- und Baumaschinen AG in CH-Ettingen bei Basel Ende August auf dem Feldtag in Köln-Auweiler vorgeführt.

Dieses Köderlegegerät namens Wumaki stellte Martin Zimmermann aus der Schweiz beim Feldtag vor; es kann auch zur effizienten Feldmausbekämpfung im Ackerbau und im Grünland eingesetzt werden. Mit diesem Gerät werden künstliche Laufgänge angelegt und mit einem Köder bestückt. Damit wird verhindert, dass Feldmäuse aus den Randbereichen in die Flächen einwandern. Sind Nester in den Flächen bekannt, können auch hier diese Geräte eingesetzt werden. „Feldmäuse sind bequem und nehmen diese künstlichen Röhren bevorzugt an“, erläuterte Zimmermann.

Der Wumaki ist an einer Dreipunktaufhängung am Schlepper befestigt, um die Tiefenführung zu variieren. Zunächst wird der Boden mit einer senkrechten Scheibe aufgeschlitzt. In diesem Schnitt läuft senkrecht ein Träger, an dem ein torpedoförmiges Metallrohr befestigt ist. Dieses zieht unter der Ackeroberfläche einen künstlichen Gang in dem Erdreich, in dem über ein Zuführungsrohr in Abständen ein Köder abgelegt wird. Eine nachlaufende Walze verschließt den vom Träger aufgerissenen Gang. Ausgestattet ist das Gerät mit einer hydraulischen Walzenentlastung, um die Struktur des Ganges zu bearbeiten. „In der Schweiz möchten die Landwirte den Gang nicht sehen. In Deutschland ist das allerdings anders. Die hiesigen Anbauer möchten erkennen, wo sich die Mäuse reindrücken“, so Zimmermann.

Der Antrieb des Gerätes erfolgt über die Walze, erläuterte Zimmermann. Dabei sind verschiedene Zahnräder mit der Walze verbunden und stellen die Sämenge ein. Mit Hilfe einer Säscheibe kann die Sämenge aber auch automatisch geregelt werden. Diese kann mit verschiedenen Löchern für unterschiedliche Ausbringung ausgetauscht werden.

Das Köderlegegerät Wumaki gibt es in einer einreihigen Variante mit der Bezeichnung C 3. Für größere Flächen bietet das Unternehmen auch einen dreireihigen Legepflug mit dem Namen Wumaki C 9 an. Dieser ist für eine bessere Befahrbarkeit auf Straßen seitlich einklappbar.


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