13.09.2022

Der EU die Meinung sagen!

Foto: Scheel

Aufruf des Pflanzenschutzdienstes der LWK NRW:

Im Rahmen der öffentlichen Konsultation zum Entwurf der neuen Verordnung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln können Einzelpersonen, Verbände, Vereine und andere Organisationen ihre Kommentare und Kritikpunkte abgeben.

Bitte nutzen auch Sie die Gelegenheit, der EU Ihre Meinung zum Entwurf mitzuteilen!

Mit der neuen Verordnung sollen die Ziele zur Verringerung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel und Stärkung des Integrierten Pflanzenschutzes verpflichtend für alle Mitgliedsstaaten vorangetrieben wer-den. Dazu gehören:

  • die Reduzierung des Einsatzes und des Risikos chemischer Mittel um 50 % bis zum Jahr 2030. Vor allem Reduzierung von Substitutionskandidaten und „besonders gefährlichen“ Wirkstoffen, unionsweit soll eine Reduzierung von 50 % erreicht werden, in Deutschland liegt das nationale Re-duktionsziel bei 55 %.
  • ein grundsätzliches Verbot des Einsatzes jeglicher Pflanzenschutzmittel in sensiblen Gebieten. Das Verbot umfasst sowohl chemisch-synthetische Mittel als auch sämtliche für den biologischen Anbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel (Mikroorganismenpräparate, Pflanzenextrakte etc.). Nach jetziger Definition gehören zu den Schutzgebieten Naturschutzgebiete und Landschafts-schutzgebiete; betroffen sind in Deutschland ca. 38 %, in NRW wahrscheinlich knapp 50 % der landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Flächen. Noch offen ist, ob von dem Verbot auch Flächen mit einem Grundwasserkörper > 10 m³ tägliche Entnahmemenge betroffen sind. Wenn dies so ist, wären in NRW ca. 90 % der landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Flächen betroffen. Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in von der Allgemeinheit genutzten Gebieten (Parks, Gärten, Freizeitplätze, Sportplätze etc.). Ausnahmen vom Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln sind nur zur Bekämpfung invasi-ver Arten und Quarantäne-Schaderreger möglich.
  • die Anwendung von kulturspezifischen Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes (IP).
  • strenge Dokumentationspflichten und Kontrollen. Aufzeichnungspflicht der Pflanzenschutzmaßnahmen (Einsatz Pflanzenschutzmittel und der An-satz der integrierten Schaderregerbekämpfung) in ein digitales Register. Nachweis, dass alle in den kulturspezifischen Leitlinien IP genannten alternativen Möglichkeiten ge-prüft wurden, um den Einsatz des Pflanzenschutzmittels zu vermeiden.
  • Pflicht zur Schulung und zur jährlichen Strategieberatung zum integrierten Pflanzenschutz durch unab-hängige Berater*innen.
  • Technische Überwachung von Geräten, vergleichbar dem Spritzen-TÜV.

Die EU hat eine Karte veröffentlicht, in der die von den Staaten gemeldeten geschützten Gebiete eingetragen sind: https://www.eea.europa.eu/data-and-maps/explore-interactive-maps/european-protected-areas-1

Kommentare und Kritikpunkte zu dem Entwurf können bis zum 19. September 2022 unter folgendem Link der EU übermittelt werden: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12413-Pestizide-nachhaltige-Verwendung-aktualisierte-EU-Vorschriften-_de

Die EU-Kommission ist verpflichtet, sich alle Kommentare anzusehen. Wortgleiche Beiträge werden nicht einzeln gezählt, sondern als eine Meinung angesehen. Daher ist es wichtig, dass Ihre Beiträge selbst formu-liert sind.

Quelle: Pflanzenschutzdienst der LWK NRW