12.10.2018

Deutsche Gemüseverarbeiter schlagen Alarm: Dürre führt zu Missernten bei Herbstgemüse

Kleine Kohlköpfe, Pflanzenkrankheiten, kurze Erntesaison: Die Ernte von Rot-, Weiß-und Grünkohl fällt dieses Jahr verheerend aus. Die Erntemengen liegen mindestens 25 % unter den Erwartungen. In einigen Regionen belaufen sich die Verluste bei Weißkohl auf bis zu 40 % und bei Rotkohl auf bis zu 50 %. Besonders schlimm ist es bei Grünkohl: Hier fällt die Hälfte der Ernte aus. Schlecht steht es auch um andere Herbstgemüsearten: Bei Möhren, Rote Bete und Sellerie erwartet die Branche min-destens 10 % geringere Erträgeals im langjährigen Durchschnitt.

Für die gemüseverarbeitende Industrie ist diese Situation eine enorme Belastung. Denn die Unternehmen haben nur einen Bruchteil der erwarteten Rohware erhalten. Dementsprechend können sie ihre Maschinen nicht auslasten und müssen kürzere Schichten fahren oder ausfallen lassen. Und was nicht verarbeitet wurde, kann auch nicht geliefert werden: Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie müssen sich darauf einstellen, dass Lieferungen ersatzlos gestrichen werden müssen.

„Es ist nicht mehr auszuschließen, dass auch die Verbraucher die Folgen der Dürre spüren werden –und zwar am leeren Regal im Handel“, sagt BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag. Der Grund dafür ist, dass die Trockenheit des Jahres2018 nicht nur ein Wetterereignis „nationalen Ausmaßes“ ist, wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner formuliert hat, sondern dass die Herbstgemüse-Ernte in ganz Europa gleichermaßen betroffen ist. Daher sind Zukäufe aus den benachbarten Regionen Niederlande, Belgien, Frankreich und Polen nicht möglich. Ein noch weiterer Transport aus Russland oder anderen Ländern kommt nicht in Frage, zu teuer und lang wäre der Weg für die frische Rohware.

Quelle: Bundesverband der obst-, gemüse-und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK)


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Ausgabe 11/2018

 

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