21.11.2017

Deutschland: Äpfel-Lagervorräte nur 60 % des Vorjahres

Die Äpfel-Lagervorräte betragen in Deutschland nur 60 % des Vorjahres
Foto: Scheel

Mittlerweile liegen die ersten Ergebnisse zu den Lagermengen an Äpfeln in diversen europäischen Ländern vor. Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und Tschechien melden allesamt kleinere Apfelvorräte als im Vorjahr bzw. als in den Jahren 2014 und 2015. Ähnlich dürften auch die noch ausstehenden Meldungen aus anderen EU-Anbaugebieten ausfallen. Durch die kleineren Mengen in ganz Europa wird für die zweite Saisonhälfte eine deutliche Warenknappheit bei Äpfeln erwartet. Vor allem die Eigenversorgung im letzten Drittel der Saison wird in Frage gestellt, da der Frost insbesondere die `Jonagold´-Gruppe stark getroffen hat. Auch `Golden Delicious´ in Italien wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.

In Deutschland erreichten die Lagervorräte an Äpfeln Anfang November nach Angaben der Erzeugerorganisationen nur knapp 60 % der Vorjahresmenge. Die stärksten Lücken weist das Bodenseegebiet auf. Hier fehlen drei Viertel der Normalmenge. Der Norden erreicht immerhin 70 % und ist damit lieferfähiger als die übrigen deutschen Anbaugebiete. Das gilt vor allem für `Elstar´ mit einem leichten Defizit von 5 %. Größere Lücken weist die `Jonagold´-Gruppe (-50 %) auf. Bei `Braeburn´ wird die Vorjahresmenge um 35 % verfehlt. Bereits jetzt werden neben norddeutscher Ware ergänzend `Braeburn´ aus Südtirol angeboten.

Im Zuge der deutschlandweit schwachen Marktversorgung mit Äpfeln dürfte sich das Kaufinteresse in diesem Jahr verstärkt auf Zitrusfrüchte richten, die im Dezember mit dem Weihnachtsgeschäft an Bedeutung gewinnen. Bei Zitrusfrüchten ist die Marktversorgung weitgehend saisonüblich. Zwar werden in Spanien nicht die extrem hohen Mengen des Vorjahres erreicht, gegenüber dem langjährigen Mittel fallen die Erntemengen jedoch überdurchschnittlich aus.

Der Bedarf an Birnen wird in Deutschland schon jetzt zu hohen Anteilen mit Importware gedeckt. Dazu zählen im Wesentlichen `Conference´ aus dem Benelux-Raum und `Abate Fetel´ aus Italien und Spanien. Bei Birnen fehlen aus vielen entscheidenden Ländern noch die Angaben zu Lagermengen. Auf alle Fälle ist Spanien nach zwei ernteschwächeren Jahren wieder konkurrenzfähiger.

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)


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