19.01.2018

Drosophila: Generationenübergreifende Medikation

Foto: Agroscope

Einer INRA-Studie zufolge legen weibliche Kirschessigfliegen bei Anwesenheit von parasitoiden (den Wirt tötenden) Wespen ihre Eier vorzugsweise in Tollkirschen ab. Dieses Verhalten ist überraschend, denn die Beeren enthalten viel Atropin - ein Alkaloid, das entemotoxisch und damit als natürliches Insektizid wirkt. In Laborversuchen konnten die französischen Forscher jedoch den Schutzeffekt dieses Eiablageverhaltens nachweisen. Sie stellten zwar fest, dass sich die Entwicklungsdauer der Larven in Tollkirschen verlängert und damit das Risiko, parasitiert zu werden, steigt. Doch dieses Risiko wird durch die höhere Überlebensrate der Larvengeneration, die sich in den atropinhaltigen Früchten entwickelt, kompensiert.

Diese generationenübergreifende Medikation trägt also dazu bei, die Populationsreserve des Schädling im natürlichen Milieu zu erhalten. In dieser Strategie sehen die Wissenschaftler einen der Gründe für die erfolgreiche Invasion von Drosophila suzukii in Frankreich und zahlreichen europäischen Ländern.

Quelle: Dr. A. Scharnhölz (Fruits & Légumes Dezember 2017; No. 378)


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Ausgabe 09/2018

 

Schädlinge und Krankheiten im Obstbau

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