11.12.2014

Energie-Check bei Hermann Zürn

von Edgar Gugenhan

Innerhalb des Württembergischen Gärtnereiverbandes gibt es verschiedene Organisationen, die sich mit besonderen Themen im Bereich des Gartenbaus befassen. Eine davon ist die Versuchs- und Beratungsgemeinschaft im Gartenbau Württemberg e.V. (VBG). Die Mitglieder dieser VBG wurden Mitte August in die Gärtnerei Hermann Zürn nach Möckmühl eingeladen, wo sie die Möglichkeit hatten, sich über wichtige Themen zur Energieeinsparung zu informieren. Behandelt wurden bei einem Rundgang durch den Betrieb vor allem vier Punkte, die beim Thema Energieeinsparung eine große Bedeutung haben.

Die erste, vielleicht sogar die wichtigste Frage war, mit welchen Energielieferanten kann heute ein Gartenbaubetrieb wirtschaftlich die Gewächshausheizung betreiben? Zu diesem Thema konnte Hermann Zürn seine Erfahrungen bei der Besichtigung der betriebseigenen Heizanlage vermitteln. Bis 2009 wurde die notwendige Energie zur Beheizung der Gewächshäuser mit einer Ölheizung betrieben und dazu jährlich 65 000 bis 70 000 l Heizöl verbraucht. Zu diesem Zeitpunkt fand die Umstellung auf eine Pelletsheizung statt, die seither einwandfrei funktioniert und mit einem Verbrauch von 80 bis 100 t Pellets im Jahr deutliche Einsparungen ermöglichte. Die Anlage wurde mit Kessel, Pelletsspeicher und Pufferspeicher erstellt. Die dafür erforderlichen Aufwendungen haben sich, so Zürn, in der jetzt abgelaufenen Zeit völlig amortisiert.

Im praktischen Einsatz ist es jedoch sehr wichtig, dass Pellets bzw. Hackschnitzel in einer guten Qualität zu einem günstigen Preis eingekauft werden und, was sehr wichtig ist, dieses Heizmaterial von guter Qualität ist und möglichst wenig Staub enthält. Auch Berater Thomas Esposito vom Landratsamt Ludwigsburg wies darauf hin, dass bei einer Umstellung auf eine neue Kesselanlage mit Pelletsheizung eine Einsparung im Gesamtverbrauch von 15 bis 20 % möglich ist.

Energieeinsparung in den Gewächshäusern

Natürlich ist es auch sehr wichtig, innerhalb der Gewächshäuser alle Maßnahmen zu treffen, um den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. So wurde in einer 1969 erstellten Gewächshausanlage auf Möglichkeiten hingewiesen, die zu einer deutlichen Energieeinsparung beitragen. Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Verglasung gut abgedichtet ist, um so den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Aktuell ist aber auch in diesem Zusammenhang gerade bei älteren Gewächshäusern zu prüfen, ob nicht die Scheiben im Dachbereich vergrößert werden sollten, um auf diese Weise das Sprossenmaterial zu verringern und gleichzeitig eine größere Lichtdurchlässigkeit des Bedachungsmateriales zu erreichen.

Noch wichtiger ist aber, Verschmutzungen der Gewächshausscheiben zu beseitigen. Schon eine leichte Verschmutzung kann, so Thomas Esposito, zu einer Verringerung des Lichteinfalls um 5 bis 10 % führen. Stärkere Verschmutzungen können sogar den Lichteinfall um 20 bis 30 % verringern, was sich natürlich deutlich auf die Produktion der Pflanzen und vor allen Dingen auch auf die Heizkosten auswirken kann. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die sehr oft notwendige Innenreinigung der Scheiben hingewiesen. Eine Verschmutzung im Innenbereich kann besonders hoch sein, wenn Motorfahrzeuge in den Gewächshäusern eingesetzt werden. Wichtig ist in diesem Falle der Einsatz von Reinigungsmitteln, welche sich nicht negativ auf die Entwicklung der Pflanzen in den Gewächshäusern auswirken.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage der Eindeckung von Gewächshäusern mit Kunststoffplatten angesprochen. Hier wurde darauf hingewiesen, dass ausschließlich Platten aus Polycarbonat verwendet werden dürfen, da diese auch vom Brandschutz genehmigt sind. Dagegen dürfen Acrylplatten nicht zur Eindeckung von Gewächshäusern verwendet werden.

Einsatz von Klimacomputern

Im Zusammenhang mit einer optimalen Klimaregelung in den Gewächshäusern wurde auch auf den Einsatz des Klimacomputers hingewiesen. Hier wurde erwähnt, dass es heute eigentlich selbstverständlich ist, dass entsprechende Steuerungsgeräte zum Einsatz kommen, um das Klima in den Gewächshäusern entsprechend den Kulturen und abhängig von der Witterung optimal zu regeln. Auch mit solchen Geräten ist es möglich, Energiekosten einzusparen und die Pflanzen bei optimalen Temperatur- und Lichtverhältnissen zu kultivieren. Allein die automatisierte Lüftung kann, so Esposito, zu einer möglichen Kosteneinsparung von 10 % beitragen.

Ebbe-Flut-Bewässerung hat Vorteile

Kurz angesprochen wurde auch beim Rundgang der Faktor Bewässerung. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass eine Ebbe-Flut-Bewässerung vor allem gegenüber einer Mattenbewässerung Vorteile besitzt, da sowohl der Wasserverbrauch als auch die Wasserverdunstung geringer sind.

Beim Rundgang durch die Gärtnerei waren wohl diese vier Punkte am wichtigsten, da sie zu einer optimalen Kulturführung und einer deutlichen Kosteneinsparung beitragen können.


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