19.04.2018

Feuerbakterium Xylella fastidiosa in Sachsen

Xylella an Oleander
Foto: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Das für Pflanzen gefährliche Bakterium Xylella fastidiosa ist in der Europäischen Union als Quarantäne-Schaderreger gelistet und trat im Mai 2016 erstmalig in Deutschland auf. Entdeckt wurde es bei einer amtlichen Routinekontrolle in einer Gärtnerei im Vogtland an einer zur Überwinterung untergestellten Oleander-Pflanze.

Um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern, hat das LfULG eine Befalls- und Pufferzone abgegrenzt. In beiden Zonen sind daraufhin Ausrottungs- und Überwachungsmaßnahmen auf der Grundlage von EU-Regelungen eingeleitet worden. Die Befallszone umfasst das Grundstück des Eigentümers der Oleanderpflanze. An sie schließt die Pufferzone mit einem Radius von 10 Kilometern an. Die Hälfte der Pufferzone befindet sich im benachbarten Bundesland Thüringen.

Aufgrund einer Änderung des Durchführungsbeschlusses (EU) 2015/789 vom 14.12.2017 wurde mit der Veröffentlichung der geänderten Allgemeinverfügung im Sächsischen Amtsblatt 2/2018 vom 11.01.2018 die Pufferzone von 10 km auf 5 km reduziert.

Im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen in der Befalls- und Pufferzone wurde im Oktober 2016 in der betroffenen Gärtnerei an einer Rosmarinpflanze erneut das Bakterium festgestellt. Die anschließende Untersuchung aller Pflanzenpartien ergab den weiteren Befall an einer Drehfrucht- (Streptocarpus) und einer Goldlack- (Erysimum) Partie. Diese Pflanzenarten waren bisher nicht als anfällig bekannt. Daraufhin wurde die Befallszone auf die betroffene Gärtnerei erweitert.

Dass vier verschiedene Pflanzenarten befallen sind, ist ein Indiz für eine Verschleppung des Bakteriums im Betrieb. Der Ursprung des Befalls und die Verschleppungswege konnten nicht eindeutig ermittelt werden. Die Gefahr, dass befallene Pflanzen trotz umfangreicher Tests und Kontrollen unerkannt bleiben und für eine weitere Verbreitung des Bakteriums verantwortlich sein könnten, war groß.

Die betroffene Gärtnerei musste deshalb auf amtliche Anordnung des LfULG im Februar 2017 alle Pflanzen und möglicherweise infizierte Gegenstände wie Vlies, Folien, Töpfe vernichten. Darüber hinaus mussten die beräumten Gebäude und Gewächshäuser der Gärtnerei umfassend gereinigt und desinfiziert werden. Für die vorsorglich vernichteten Pflanzen und Gegenstände erhält die Gärtnerei auf Antrag eine Entschädigung vom Freistaat Sachsen.

Während der Vegetationsperiode 2017 wurden intensive amtliche Kontrollen in der gesamten Pufferzone von 10 km durchgeführt. Bei den durchgeführten Sichtkontrollen, Probenahmen und Vektoruntersuchungen konnte kein weiterer Befall mit  Xylella fastidiosa festgestellt werden.

Das abgegrenzte Gebiet von Xylella fastidiosa wurde mit Veröffentlichung der entsprechenden Allgemeinverfügung im Sächsischen Amtsblatt Nr. 14/2018 vom 05. April 2018 aufgehoben. Neben der Befalls- und Pufferzone wurde auch das Verbringungsverbot für spezifizierte Pflanzen aufgehoben. Mit der Tilgung von Xylella fastidiosa in Sachsen und Thüringen erhält Deutschland auch wieder den, vor allem für den Export von Pflanzen, wichtigen Status befallsfrei.

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