13.03.2018

Fruchtwelt Bodensee liefert viele Impulse

Vom 23. bis 25. Februar war auch die 8. Auflage der Fruchtwelt Bodensee auf dem Messegelände in Friedrichshafen wieder einmal nationaler und internationaler Treffpunkt für Obstbauern und Brenner. Den 15 900 Besuchern boten die 381 Aussteller aus 13 Ländern ein aktuelles und umfassendes Angebot und zeigten in Verbindung mit Fachvorträgen und dem 38. Bodensee-Obstbautag viele Lösungen für Fragen der Gegenwart und Zukunft auf.

Beeindruckend bei der diesjährigen Fruchtwelt war das hohe Fachinteresse der Besucher

 

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen einer Branche, in denen die Folgen der zum Teil katastrophalen Frostereignisse in der Saison 2017 und des scheinbar unaufhaltsam voranschreitenden Strukturwandels unverkennbar sind, ist es für Betriebsleiter, deren Familien und Mitarbeiter immer entscheidender, die richtigen Vorzeichen zu erkennen und darauf ein auf die Anforderungen im eigenen Betrieb abgestimmtes und in die Zukunft gerichtetes Konzept zu entwickeln. In diesem Sinne lieferte die Fruchtwelt Bodensee viele Impulse und bot darüber hinaus Gelegenheit für einen intensiven fachlichen Austausch mit Berufskollegen aus dem In- und Ausland.

In einer engagierten Rede zur Eröffnung der 38. Bodensee-Obstbautage, die im Rahmen der Fruchtwelt am ersten Messetag stattfanden, unterstrich der Baden-Württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk unmissverständlich sein Eintreten für eine langfristige Lösung und Anreize zur Eigenvorsorge, um das Risiko der Landwirte mit extremen Wetterlagen aufzufangen. Dabei sei es staatliche Aufgabe, den landwirtschaftlichen Unternehmen ein ausreichendes Spektrum an geeigneten Risikomanagementinstrumenten und Strategien zur Verfügung zu stellen, betonte der Minister. Staatliche Ad-hoc-Hilfen, wie das Land sie nach den Frostschäden im April 2017 gewährt, könnten nur eine Ausnahme sein und keine strategische Lösung für die Zukunft. Hauk erklärte, dass nationale bzw. Lösungen auf europäischer Ebene erforderlich seien.

Im Hinblick auf eine Unterstützung zur Risikoabsicherung herrscht bei Branchenvertretern im DBV ein unterschiedliches Meinungsbild vor. Hauk betonte, dass er bereit sei, auf europäischer Ebene für eine Umverteilung der EU-Zuschüsse an Landwirte zugunsten der Unterstützung eines ausgewogenen Risikomanagements zu kämpfen.

Die Baden-Württembergische Landesregierung hat 2017 beschlossen, Obstbauern, die durch die Spätfrostschäden vom April 2017 in ihrer Existenz bedroht sind, mit einer Ad-hoc-Hilfe zu unterstützen und Mittel in einer Gesamthöhe von 49,44 Mio. € bereitgestellt, erklärte der Minister. Die Bearbeitung von 2 500 Anträgen ist abgeschlossen und seit dem 8. Februar sprechen die Landratsämter Bewilligungen in Höhe von 47 % der beantragten Schadenssumme aus. Auch wenn dies nur etwa knapp der Hälfe des Nettovolumens der beantragten Frosthilfen für 2017 entspricht, ist es für die betroffenen Betriebe ein extrem wichtiger Beitrag zur Existenzsicherung. Untergliedert nach Produktionsbereichen wurden in Baden-Württemberg für Kernobst Frosthilfen in Höhe von 62,1 Mio. €, für Wein- und Tafeltrauben in Höhe von 26,3 Mio. € und für Steinobst in Höhe von 14,2 Mio. € beantragt. Die meisten Anträge stammten mit 475 aus dem Bodenseekreis, gefolgt vom Ortenaukreis mit 463 Anträgen.

Ein Bericht zu Entwicklungen und interessanten Neuheiten, die auf der Fruchtwelt vorgestellt wurden, folgt in der nächsten Ausgabe.

Thomas Kühlwetter

 


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