18.05.2020

Gartenbau in Corona-Zeiten: die Ergebnisse unserer Leserumfrage

Die Ergebnisse unserer Online-Umfrage zur Lage der Gartenbau-Nation spiegeln im Großen und Ganzen die gesellschaftliche Grundstimmung wieder, wie sie auch von professionellen Meinungsforschungsinstituten mit wesentlich mehr Aufwand ermittelt wird. Mehr als die Hälfte der Befragten sah in der Corona-Pandemie eher ein technisches Problem, das es zu lösen gelte – von den Teilnehmern, denen die Pandemie Angst macht, gehört nur ein kleiner Teil zur Risikogruppe, etwas mehr als zwei Drittel gab als Angstauslöser die mit der Pandemie verbundene Ungewissheit an. In der Kommentierung wurden als weitere Angstmacher u.a. die „wirtschaftlichen Folgen“, „das Nichternstnehmen und Nichtbefolgen der Anordnungen“ sowie „die Pandemie als Vorwand, um gigantische Summen umzuverteilen“ genannt.

Rund ein Zehntel der Befragten sah die eigene Existenz gefährdet, neun Zehntel schlagen sich eigenen Angaben zufolge wacker. Mit Blick in die Zukunft sah so mancher „die Kirsch- und Kernobsternte in Gefahr“. Aber auch „positive Auswirkungen“ konnten verzeichnet werden im Sinne von „in jeder Krise gibt es auch Gewinner“. Ein Teilnehmer gab an, dass die Pandemie zu einem „vorzeitigen Ausverkauf“ geführt hat. Neben dem fehlenden Absatz werden andererseits hauptsächlich logistische Probleme und etwas weniger ausgeprägt fehlende Arbeitskräfte beklagt.

Auch hier schlägt wieder die Stunde der „Ungewissheit, die überall herrscht“ - beklagt wird auch die schwierige „technische Umsetzung“ bspw. bei der „räumlichen Trennung von Teams“, die Schwierigkeiten bei der „Erfüllung der Unterbringungsanforderungen“ sowie die „unkalkulierbaren Absatzmengen“. Auch die „Warenbeschaffung aus dem Ausland“ bereitet Probleme. Andere wiederum gaben an, „keine abnormalen, nur ganz alltägliche Probleme“ zu haben; das Bild ist also auch hier gemischt und wiederum finden sich in der Kommentierung auch Warnungen vor denjenigen, die „nicht verstehen, dass man vorsichtig sein muss, damit aus `relativ gut gelaufen´ nicht `desaströs´ wird“.

Von den Verbänden fühlen sich zwei Drittel der Befragen ausreichend unterstützt, als wünschenswert wurde angeführt, dass der „Gartenbau/Zierpflanzenbau als systemrelevant anerkannt und zur Landwirtschaft gezählt werden sollte“. Es wird befürchtet, dass es das „große Geld nur für Lufthansa, Adidas & Co. geben wird, während wir sehen müssen, wo wir bleiben“. Und während die einen dazu auffordern, „Berichte kritisch zu hinterfragen“, sich „nicht weg zu ducken“ und dem „Panikstrom zu erliegen“, wollen die anderen „Verschwörungstheorieanhänger in die USA, Weißrussland oder Brasilien ausbürgern“, andere wollten die „`brauche-keinen-Mundschutzdeppen´ und assoziierten Aluhutträger nach Novaja-Semlja deportieren“.

Einer der letzten Kommentare zur Umfrage fasst die weiteren Aussichten sehr treffend im Sinne unseres Gemeinwesens zusammen: „so gut wir bislang über die Runden gekommen sind“ … „noch so einen Lockdown überstehen wir vermutlich nicht“. In diesem Sinne möchten wir Ihnen an dieser Stelle auch in der vierten Corona-Ausgabe Kraft und Gesundheit wünschen und uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken – bleiben Sie gesund!