08.01.2020

Gartencenter der Superlative

Grönfingers in Rostock ist einen Besuch wert!

Grönfingers ist weit über die Stadtgrenzen Rostocks hinaus bekannt in der Region
Foto: Aldenhoff

Mit Innovationsgeist und jeder Menge Ideen treibt die Familie Heinemann ihr Gartencenter, das einst das erste in den neuen Bundesländern war, voran. Hier scheinen keine Wünsche offen zu bleiben, sondern ständig neue geweckt zu werden. Konsumenten von nah und fern gehen zu Grönfingers, um eine schöne Zeit zu verbringen. Während die Damen shoppen oder Cappuccino trinken, können sich die Herren bei einem der zahlreich angebotenen Grillseminare austoben. „Herzlich Willkommen im schönsten Erlebnisgartencenter Norddeutschlands. Dank ausgeprägter gärtnerischer Eigenproduktion sowie intensiver Zusammenarbeit mit vielen Gartenbauunternehmen des gesamten Kontinents führen wir heute das vielseitigste Pflanzensortiment aller Gärtnereien/Gartencenter in Europa…“ heißt es selbstbewusst auf der Homepage von Grönfingers und das ist offenbar nicht übertrieben. Bis dahin war es von der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) ein weiter, zum Teil steiniger Weg, wie Geschäftsführer Eckhard Heinemann schildert. Sein Vater war als studierter Gärtner seit Mitte der sechziger Jahre Vorsitzender der LPG, hatte ihre Umstrukturierung zu einer gärtnerischen Genossenschaft vorangetrieben und ihr über die Zeitenwende vorgestanden. Einen Teil der Fläche konnten die Heinemanns von der Treuhand abkaufen und sie mussten überdies die Schulden, die die LPG bis zur Wende zwangsläufig angehäuft hatte, begleichen. So konnten sie erst im neuen Jahrtausend mit dringend notwendigen Investitionen richtig loslegen.Dass die Familie Heinemann bereits am 5. November 1990 das erste Gartencenter in den neuen Bundesländern eröffnete, hatte eine Vorgeschichte: Im Jahr 1988 durfte Vater Heinemann zum runden Geburtstag von Verwandten nach Köln reisen und bat sie, ihm mal eine vernünftige Gärtnerei zu zeigen. Beim Gartencenter Dinger kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus, wusste aber eineinhalb Jahre später, wo die Zukunftschancen liegen: weniger in der reinen gärtnerischen Produktion, sondern im gärtnerischen Handel inklusive Dienstleistungen. Etwas eigene Produktion macht in Rostock schon deshalb Sinn, weil Beschaffungsmärkte weit entfernt liegen. Schon früh nahm der Vater auch Kontakt zu den Gartenbauverbänden in den alten Bundesländern inklusive dem Verband Deutscher Gartencenter auf und war dessen erstes Mitglied aus den neuen Bundesländern.So wie es die finanzielle Situation zuließ, wurden über die Jahre alt gewordene Gewächshäuser ausgetauscht, zu Verkaufsgewächshäusern umgebaut oder neue Gewächshausflächen hinzugebaut. Einige der Gewächshäuser sind mit Rolltischen ausgestattet und können – dann mit arretierten Tischen und Wegen dazwischen – auch als Verkaufsfläche genutzt werden. So ist man je nach Jahreszeit flexibel. Im Jahr 2007 kam das Café Botanica hinzu mit zunächst 100 Sitzplätzen, dessen Terrasse im Jahr 2018 neugestaltet und vergrößert wurde. Alle Bautätigkeiten fanden stets im laufenden Verkaufsbetrieb statt. Weitere Maßnahmen wie eine zweite Gastronomie sowie die Erweiterung von Lager-, Büro- und Sozialräumen sind geplant, scheitern momentan allerdings daran, dass weit und breit keine Architekten oder Handwerker zu kriegen sind, wie Heinemann berichtet. Gärtnerische Produktion für den Eigenbedarf„90 % unserer gärtnerischen Produktion sind ausschließlich für die Direktvermarktung über unser Gartencenter und werden im eigenen Grönfingers-Topf kultiviert“, erläutert der Geschäftsführer. Die restlichen 10 % gehen an Gärtnerkollegen, mit denen man sich Ware austauscht, denn nicht jeder kann alles selbst machen. Die rund 1 ha Produktionsflächen sind mit moderner Technik ausgestattet: Ebbe-Flut-System mit Fußbodenheizung, Pelletheizung, mobile Gießwägen, Klimacomputer, Open Sky-Gewächshaus, um nur einiges zu nennen. Inzwischen werden Schädlinge zu 95 % biologisch bekämpft. Der Nützlingseinsatz im Gartencenter inklusive offene Zucht ist nicht so einfach und wurde über Jahre in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock, dem Landespflanzenschutzamt und der LUFA erprobt. Nur bei Wollläusen und Spinnmilben würden Herde gelegentlich mit nützlingsschonenden Mitteln behandelt. „Das Problem sind nicht die Schädlinge, sondern gewisse Kundinnen, die Florfliegen für gefährlich, unhygienisch oder sonst was halten“, erzählt Eckhard Heinemann mit einem Augenzwinkern.Selbst produziert werden Frühjahrsblüher, Gemüsejungpflanzen (darunter über 100 Tomatensorten), Kräuter, Beet- und Balkonpflanzen, Herbstblüher sowie Weihnachtssterne. Poinsettien werden als Halbfertigware zugekauft und zu stattlichen Exemplaren fertig kultiviert, die dann nur noch rüber in die Verkaufsräume geschafft werden müssen. Ein klarer Wettbewerbsvorteil bei so einer transportempfindlichen Ware.Darüber hinaus wird das Sortiment von Grönfingers durch Zukauf ergänzt wie beispielsweise Baumschulware, Stauden, Zimmerpflanzen, Saat- und Pflanzgut und Hartwaren wie Pflanzgefäße, Gartengeräte, Gartenbedarf, Gewächshäuser, Gartenmöbel, Wassertechnik und Teichzubehör. Und ein Thema darf nicht fehlen: Grills! Grönfingers bezeichnet sich als größter Grillfachhändler im norddeutschen Raum und bietet nicht nur Grillgeräte sämtlicher Anbieter inklusive Kultmarken, sondern auch jährlich über 40 Grillseminare, für die zum Teil YouTube-Stars als enorme Zugpferdchen eingeladen werden. „Seit wir das Thema Grill verstärkt beackern, verkaufen wir auch besser Gartenmöbel und Gewächshäuser – es funktioniert“, ist Heinemann zufrieden.Dienstleistungen und VeranstaltungenAuch im Dienstleistungssektor hat sich Grönfingers im weiten Umkreis einen Namen gemacht. Oder wo kann man sonst schon eine Richtkrone bestellen? Auch wenn das nicht das Hauptgeschäft in diesem Bereich ist, gehört es doch zum Vollservice, den das Gartencenter der Bevölkerung und Geschäftspartnern bieten möchte. Weitere Angebote sind Innenraumbegrünung, Pflanzenpflege, der Verleih von Dekopflanzen und die Gefäßbepflanzung. Ein wichtiges Geschäft ist die Überwinterung von Kübelpflanzen aus einem Umkreis von 170 km. Wer seine Pflanze inklusive Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz und Pflege von Mitte Oktober bis Mitte Mai im Gewächshaus unterstellen möchte, sollte sie frühzeitig anmelden, denn der Platz ist begrenzt. Gegebenenfalls kann die Pflanze auch abgeholt und zurückgebracht werden. Diese Dienstleistung sei zwar aufwändig; wenn man sie sich richtig bezahlen lässt, aber durchaus lukrativ, betont Eckhard Heinemann. Er kalkuliert mit 99 €/m² plus Transportkosten plus gegebenenfalls Kosten für das Umtopfen.Über das Jahr bindet Grönfingers seine Kunden auch mit verschiedensten Veranstaltungen, die ebenfalls immer sehr beliebt und frühzeitig ausgebucht sind. Verantwortlich dafür ist eine hauseigene Eventmanagerin. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, ob Orchideenschau, Frühlingserwachen, Rosenfest, Apfelfest, mobile Saftpresse oder Advents-Workshop. Auch im Café Restaurant Botanica gibt es immer wieder Aktionen wie beispielsweise ein Weihnachts- oder ein Sylvesterbrunch. Hier wird alles frisch vor Ort gekocht und mit Vollservice bedient. Nicht zu vergessen die bereits erwähnten, sehr erfolgreichen Grillseminare. Feiertage„Wir leben vom Shoppen, also dem Einkauf ohne Einkaufszettel“, erläutert der Geschäftsführer, „im besten Fall sitzen die Damen im Café, schlürfen ihren Prosecco und packen dann den Einkaufswagen voll. Ihren Mann haben sie zum Tragen mitgebracht und den beschäftigen wir solange in der Grillabteilung.“ Nach Weihnachten ist hier im Nordosten der zweitwichtigste Feiertag im Jahr, der Frauentag am 8. März. Dieser Feiertag bedeutet weit mehr als der Valentinstag oder Muttertag, eine Tradition, die aus DDR-Zeiten stammt. Eckhard Heinemann bezeichnet diesen Tag als ein „Geschenk der Götter“, weil jeder Mann an diesem Tag jeder x-beliebigen Frau unverfänglich einen Blumenstrauß schenken darf: „Bei uns bekommt an diesem Tag jede Kundin ein Glas Prosecco im Café und Blumen beim Rausgehen. Die kommen scharenweise an! Und da der Tag in der westlichen Hemisphäre weitgehend unbekannt ist, haben wir auch noch vernünftige Einkaufspreise bei Schnittblumen.“

Sabine Aldenhoff


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