09.08.2017

Gelungene Premiere der Öko-Feldtage

Die Premiere der Öko-Feldtage in Frankenhausen bei Kassel werten die Veranstalter als vollen Erfolg: Mehr als 8 000 Besucher erlebten am 21. und 22. Juni die Innovationskraft und Vielfalt der ökologischen Landwirtschaft auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen. Die Anziehungspunkte der Veranstaltung waren Maschinenvorführungen, Neuentwicklungen und Prototypen sowie zahlreiche Demonstrationsparzellen von Ackerbohne bis Zuckerrübe.

Mehr als 8 000 Besucher kamen zu den ersten bundesweiten Ökofeldtagen nach Frankenhausen

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz eröffnete den Treffpunkt der ökologischen Landwirtschaft. „Die große Zahl der Aussteller und Besucher beweist, dass die Veranstalter die richtige Idee mit dem richtigen Konzept zur richtigen Zeit gehabt haben“, stellte die Ministerin fest und ergänzte: „Auch der Ökolandbau muss bereit sein, an den Entwicklungen in Wissenschaft und Technik teilzuhaben. Genau dabei hilft das neue Format der Öko-Feldtage. Hier können sich die vielfältigen Strukturen, Akteure und Aktivitäten im ökologischen Landbau in Deutschland bündeln und miteinander vernetzen.“

Bei tropischen Temperaturen machten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher auf den Weg nach Frankenhausen – darunter auch zahlreiche Studierende und Auszubildende. Der Veranstaltungsort wurde bewusst gewählt: Die Hessische Staatsdomäne ist ein Lehr-, Forschungs- und Transferzentrum für ökologischen Landbau und nachhaltige Regionalentwicklung, aber genauso auch Wirtschaftsbetrieb. Die Domäne vermarktet beispielsweise Milch, Eier und Fleisch der Nutztiere sowie Möhren und Kartoffeln. Ganz praktisch konnten die Besucher sich auf der Möhrenfläche eine Reihenfräse mit GPS-Lenkung anschauen. Zahlreiche Poster etwa zur Integration von Naturschutzzielen in den ökologischen Landbau, zu Herausforderungen der Tierhaltung und zu Züchtungsstrategien wurden von der Universität Kassel erstellt und verbleiben größtenteils auch danach auf dem Gelände.

Die Hitze über 30 °C auf den Öko-Feldtagen lieferte zugleich ein praktisches Beispiel für das Thema Klimawandel und was er für Ökobetriebe bedeutet. Mögliche Auswirkungen wurden im Forum zwischen Wissenschaftlern und Praktikern diskutiert. Forscher und Berater stellten im Zelt „Praxis trifft Forschung“ viele weitere aktuelle Forschungsergebnisse mit starker Praxisrelevanz vor, z.B. zu regionalen Bio-Futtermitteln, Ebermast, Leguminosen und Nährstoffmanagement. In einem zweiten Fachforum präsentierten Aussteller aus Wissenschaft und Wirtschaft weitere Themen rund um den Ökolandbau, wie etwa Artenvielfalt auf Ökobetrieben, ökologischer Pflanzenschutz und innovative Technik auf dem Acker. „Die Öko-Feldtage sind ein Spiegel für die Stimmung von Aufbruch und Innovation in der gesamten Landwirtschaft“, sagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, dem Schirmherrn der Öko-Feldtage. „Biobauern und solche, die es noch werden wollen, haben hier eine Fülle von Ideen für ihre tägliche Arbeit bekommen. Der Erfolg der Öko-Feldtage strahlt so in die Politik und den konventionellen Landbau aus.“

Maschinen in Aktion

Highlight der Veranstaltung waren die Maschinenvorführungen. Bei der auf den Ackerbau fokussierten Technik konnten die Besucher 35 Maschinen zur Bodenbearbeitung, Sätechnik sowie zur Striegel- und Hacktechnik im Einsatz erleben. Hier ließen sich Hacke, Striegel, GPS- und kamerageführte Maschinen im praktischen Einsatz in Augenschein nehmen. Die drehenden Arbeitswerkzeuge vom Rollstriegel beispielsweise entwurzeln oder verschütten Unkraut, fördern die Bestockung der Kulturen und brechen Bodenverkrustungen auf. Das sind Effekte, die auch konventionell wirtschaftende Landwirte zu schätzen wissen. Viele Neuheiten drehten sich um die Unkrautbekämpfung, etwa mit Abflammgeräten oder auch mit Strom. Weitere Innovationsbeispiele zeigten neue Entwicklungen, wie etwa Unkrautbekämpfung und Schneckensuche mit Robotern oder einen umweltfreundlichen Erdgastraktor. Die Maschinenvorführungen auf den Öko-Feldtagen 2017 erfolgten in Kooperation mit der DLG. Auf der Veranstaltung wurde eine weitere Kooperationsvereinbarung geschlossen, wonach der Öko-Landbau auf den DLG-Feldtagen 2018 vertreten sein wird.

Zu sehen waren wirkliche Neuheiten für die mechanische Unkrautbekämpfung. Dazu gehört die Hacke „Abrah“ von Dulks, die aus zwei hintereinander angeordneten, abrollenden und in Fahrtrichtung rotierenden Werkzeugscheiben besteht. Durch die gezahnten Werkzeugscheiben werden die Unkrautwurzeln enterdet. Zugleich wird die Bodenkruste aufgebrochen und grobe Kluten zerkleinert. Eingestellt werden kann die Hacke auf einen Reihenabstand von 5 cm, sodass beispielsweise das Hacken zwischen der Doppelreihe bei Möhren möglich ist. Zur Kulturpflanze soll nur ein geringer „Sicherheitsabstand“ möglich sein. Eingesetzt werden kann die Hacke auf leichten bis schweren Böden – nur steinfrei sollten sie sein. Bei Dulks handelt es sich um ein Start-up Unternehmen, das erst Anfang des Jahres von einem Agrarwissenschaftler und einem Maschinenbauer gegründet wurde.

Neu ist auch die „Electroherb“-Technologie der Zasso Group. Dabei wird das Unkraut auf elektrophysischem Wege bekämpft. Die Technik scheint aber eher für breitflächige Anwendungen auch auf Nichtkulturland geeignet zu sein und weniger zur Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen. Weiter verbessert wurden die Abflammgeräte. Die Trends sind ein reduzierter Gasverbrauch. Erreicht wird dies mit der Unterstützung durch hydraulische Gebläse für eine effizientere Verbrennung. Bei manchen Geräten, etwa von Hoaf, gibt es zusätzlich noch Unterstützung durch Infrarot-Technologie. Auch größere Arbeitsbreiten bis über 9 m sind inzwischen möglich.

Thomas Gaul


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