13.12.2017

Hidden Champions in Unterfranken

Der BVZ zu Besuch bei Familie Hartmann

Hans Hartmann in einem Meer von Rot

Die Herbsttagung brachte den Fachverband Zierpflanzen dieses Jahr ins unterfränkische Würzburg und auch wenn das idyllische Städtchen im Maindreieck nicht zuletzt wegen seines vergleichsweise milden Klimas völlig zu Recht den Ruf eines der Hauptweinanbaugebiete Deutschlands erobert hat, müssen sich die Zierpflanzengärtner in der Region keinesfalls verstecken, wie der Exkursionstag deutlich beweisen konnte. Erster Stopp am 20. Oktober war die Josef Hartmann GbR in Düllstadt und Hans Hartmann ließ es sich nicht nehmen, die Exkursionsteilnehmer am Firmenstammsitz persönlich in Empfang zu nehmen.

Fernab von den üblichen Verdächtigen gelang es Familie Hartmann in enger Partnerschaft mit der Gartencenterkette Dehner einen Vorzeigebetrieb aufzubauen, der die Wörter Hidden Champion mit Bedeutung füllen kann und den Vergleich mit den Leuchttürmen am Niederrhein kaum zu scheuen braucht. Es ist auch die Kürze des Transportweges in Richtung Rain am Lech, die dazu beiträgt, dass der Standort Düllstadt demnächst sogar noch einmal deutlich erweitert werden wird. Mit noch einmal 3 ha Unterglasfläche wird Familie Hartmann dann mit insgesamt 12,5 ha auch im europäischen Maßstab zu den schwergewichtigeren zählen.

Produziert wird von den Frühlingsblühern über Beet und Balkon sowie Chrysanthemen und Poinsettien nahezu alles, was im Gartencenter klassischer Weise die Kundenherzen erfreut. „Und das in Topqualität“, wie sich auch ZVG-Präsident Jürgen Mertz überzeugen konnte. Für niederrheinische Ohren etwas ungewohnt war Hans Hartmanns Ansage, dass die rund 6,5 Mio. Töpfe die in Düllstadt sowie in der Gärtnersiedlung in Rain am Lech bislang jährlich produziert werden, bereits verkauft sind, bevor die Stellflächen belegt werden. Und da sind wir wieder bei besagter enger Partnerschaft und da wird es dann schnell eine Henne-Ei-Diskussion:

Schließlich wäre Dehners rasantes Wachstum nicht möglich gewesen ohne Produzenten, die Ware in ausreichender Menge und vor allem besten Qualitäten liefern können. Andererseits wären ohne Dehner die Absatzmöglichkeiten im Großraum Würzburg auch eher beschränkt gewesen. Zuverlässlichkeit und Vertrauen sind Vokabeln, die in dem Zusammenhang öfters fallen, und das Erreichte beweist, dass sie zumindest in diesem Fall auch keine hohlen Wörter sind. Und so gibt es dann auch keine Zweifel daran, dass das 80-jährige Betriebsjubiläum im nächsten Jahr noch lange nicht das letzte gewesen sein muss.

Zumal ja eben auch der Erika- und Callunen-Betrieb in direkter Nachbarschaft mangels Nachfolger die Geschäftstätigkeit einstellen musste und so direkt angrenzende neun Hektar Land erworben werden konnten, von denen mit Baubeginn im Herbst weitere 30000 m2 Unterglas nächstes Jahr in Betrieb gehen sollen. Die Alternative wäre gewesen, den Stammsitz selbst in zwei Abschnitten zu erneuern, um auch aus arbeitswirtschaftlicher Sicht wieder preislich konkurrenzfähiger zu werden. So aber bleibt alles beim Alten und wird doch irgendwie anders.

Tim Jacobsen

 


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