25.03.2020

Hinweise für Betriebe zur Vermeidung von Infektionen mit dem Corona-Virus

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat Empfehlungen zu umzusetzenden Sicherheitsmaßnahmen in Zusammenhang mit den Arbeitskräften in den Betrieben rausgegeben. Ziel dieser Übersicht ist es, das Risiko für eine Übertragung zu minimieren und im Falle einer Infektion die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Grundgedanke dabei ist, die Kontakte im Betriebsablauf untereinander zu minimieren. Prüfen Sie, ob die Punkte für Ihren Betrieb umsetzbar sind.

 

Bei Ankunft von Saisonarbeitskräften:

·         Schulung Hygieneregeln (s. auch QS-Unterlagen)

·         Einweisung zum richtigen Händewaschen

·         Möglichst sofort Einteilung in verschiedene Arbeitsgruppen

·         Zimmer-/Wohn- und Arbeitsgruppeneinteilung einheitlich für den Aufenthalt festlegen und dokumentieren

·         Abstandsregeln für Mitarbeiter/innen im Betrieb kommunizieren: mind. 1,5 m Abstand z.B. am Sortierband bzw. wo immer möglich

·         Ggf. für (leicht) erkrankte Mitarbeiter/innen getrennte Wohneinheit/Ersatzcontainer für Quarantäne vorhalten oder organisieren.

 

Gruppierung der Arbeitskräfte

 

Bilden Sie im Betrieb Arbeitsgruppen insbesondere bei Erntehelfern/Saisonarbeitskräften.

Dies soll im Fall einer festgestellten Infektion einer Arbeitskraft vermeiden helfen, dass alle im Betrieb tätigen unter Quarantäne gestellt werden und der Betrieb folglich nicht mehr arbeitsfähig/lieferfähig ist.

Wenn möglich:

·         Räumliche Trennung der Arbeitsgruppen (gilt für Unterbringung und sanitäre Einrichtungen). (Wahlweise: Prüfen, ob eine örtliche Trennung der eingeteilten Arbeitsgruppen beispielsweise durch Nutzung von Hotelkapazitäten in der Umgebung möglich ist.)

·         Zeitliche Trennung der Arbeitsgruppen bei Arbeitsbeginn, Arbeitsende, Pausenzeiten.

·         Gestaffelte Nutzung der Sozialräume (Reinigung, Umziehen, Essen u.ä.), Aushang mit Zeiten und Gruppenfestlegung.

·         Pausengruppen so verkleinern, dass Mahlzeiten mit Abstand voneinander eingenommen werden können.

·         Häufige Reinigung aller Sozialräume (ggf. Desinfektion vor neuer Benutzung).

·         Auffüllen von Seife/Einmalhandtüchern in Sanitärräumen (ggf. engeren Rhythmus einplanen).

·         Saisonarbeitsunterkünfte: - gründlich täglich durchlüften, - Oberflächen wie Türklinken, Tische, Schränke häufiger desinfizieren/reinigen, - Zimmer mit einer hohen Anzahl an Betten möglichst nicht voll belegen.

·         Transport zum Einsatzort: Vermeiden voll besetzter Busse und Transporter zum Arbeitsort.

 

Strukturierung von Arbeitsabläufen

·         Verantwortlichkeiten und Vertretungsregelung (auch für die eigene Person) festlegen, regelmäßiger Austausch (Telefonat oder mit Abstand!) mit Vertreter/in (falls Quarantäne eintritt).

·         Arbeitsbesprechungen möglichst in Kleingruppen und räumlich und zeitlich getrennt voneinander abhalten.

·         Bei Arbeitsbesprechungen Mindestabstand einhalten; wenn möglich im Freien, nicht in geschlossenen Räumen.

·         Einkäufe von Arbeitskräften in umliegenden Supermärkten möglichst bündeln und von denselben Personen ausführen lassen. Auch dabei die Arbeitsgruppen möglichst getrennt halten.

 

Arbeitskräfte aus dem Ausland und Arbeitskräfte aus dem näheren Umfeld

Bei Engpässen von Saisonarbeitskräften werden u.U. auch Mitarbeiter/innen eingestellt, die sich über Plattformen wie z.B. www.daslandhilft.de, www.saisonarbeit-in-deutschland.de, www.agrarjobboerse.de oder erntehelfer@provinzialverband.de oder „Wir suchen Hilfe für die Ernte“ – Mitmachaktion beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband gemeldet haben. Diese Arbeitskräfte werden i.d.R. aus dem näheren Umfeld kommen und damit nicht vom Betrieb untergebracht. Dadurch steigt die Möglichkeit, sich außerhalb des Betriebes mit Corona zu infizieren. Daher ist zu empfehlen, Arbeitskräfte aus dem Umfeld und vom Betrieb untergebrachte Arbeitskräfte in dauerhaft getrennte Arbeitsgruppen einzuteilen, auch getrennt zum Feld, zur Aufbereitung etc. zu transportieren und getrennte Pausenzeiten festzulegen.

 

Wenn jemand einer Arbeitsgruppe mutmaßlich erkrankt oder positiv getestet ist:

·         Arbeitseinheit/Gruppe sofort isolieren, Mitglieder der Gruppe und weitere Kontaktpersonen des/der Erkrankten namentlich festhalten.

·         Wenn bei direkten Kontaktpersonen des (mutmaßlich) Infizierten Symptome (Husten, Niesen, Halsschmerzen oder Atemnot, hohes Fieber etc.) auftauchen, sollten auch diese Betroffenen von den anderen Arbeitskräften getrennt werden und

·         telefonisch ein Hausarzt oder eine der Hotlines (s.u.) kontaktiert werden, um weitere Maßnahmen abzustimmen (Testung, etc.).

·         Die Meldung an das zuständige Gesundheitsamt erfolgt ggf. über die Arztpraxis oder das Labor.

·         Eine Labordiagnose bringt nur bei Krankheitszeichen ein sicheres Ergebnis. Bei Personen ohne Symptome, die sich noch in der Inkubationszeit befinden (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf COVID-19 nichts darüber aus, ob man nicht doch noch krank werden kann. Wer wissen möchte, ob sie oder er überhaupt für einen Test auf das neue Coronavirus in Frage kommt, kann schnell, einfach und kostenlos den digitalen Fragebogen der Berliner Charité ausfüllen: CovApp - der digitale Fragebogen.

·         Infomieren Sie sich über die Internetseiten des Robert-Koch-Instituts oder der regionalen Gesundheitsämter, damit Sie für den Notfall vorbereitet sind.

 

Bei folgenden überregionalen Stellen erhalten Sie per Hotline Informationen:

·         Kassenärztlicher Notdienst: 116 117

·         Coronavirus-Hotline NRW-Gesundheitsministerium: 0211 / 9119 1001 (Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr)

·         Coronavirus-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums: 030 / 34 64 65 100 und 0800 / 011 77 22 (Montag bis Donnerstag 8.00 bis 18.00 Uhr, Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr)

·         Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) hat zur Unterstützung des Landwirtschaftssektors und der Gartenbaubranche unter https://www.umwelt.nrw.de/landwirtschaft/ eine Service-Seite eingerichtet. Zusätzlich steht eine Hotline unter der Rufnummer 0211 / 4566765 von Montag bis Freitag von 9.00 - 15.00 Uhr zur Verfügung.

 

Sinnvolle Schutzkleidung und Schutzmaßnahmen

·         Einmalhandschuhe

·         Nicht ins Gesicht greifen

 

Übertragung durch Gegenstände

Soweit bisher bekannt ist, könnte das Coronavirus auf Kunststoff (3 Tage), Edelstahl (3 Tage), Kupfer (bis zu 4 h) und Pappe (24 h) lebensfähig bleiben. Das Infektionsrisiko wird nach Anfassen eines entsprechenden Gegenstandes durch Händewaschen und ggf. Desinfektion stark gemildert. Über eine Hand ohne Wunden kann nach bisherigem Wissensstand das Coronavirus nicht in den Körper eindringen. Mit der Hand darf aber nicht ins Gesicht gegriffen werden, da das Virus leicht über Mund, Nase oder Auge in den Körper eindringt.

Nähere Infos dazu: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html


G. Hack, M. Kohl / Auweiler

Quelle: Info Gartenbau - Informationen für alle Fachsparten - Nr. 14 13.KW vom 24.03.2020


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