13.01.2014

Kreative Verpackungen

von Sabine Aldenhoff

„Kleider machen Leute“ das gilt offenbar nicht nur für Menschen, sondern auch für alle Formen von Produkten, die ihren Weg zum Verbraucher finden sollen. Selbst in der grünen Branche spielen Verpackungen und Etiketten eine immer größere Rolle, wenn es darum geht, Konsumenten zum Kauf zu bewegen. Einer, der das erkannt hat, ist Markus Koelmann. Der Unternehmer bietet unter dem Markennamen Florapack individuelle Lösungen, damit sich die Gärtner mit ihren Produkten profilieren können.

Markus Koelmann hat viele Jahre in Shanghai verbracht. Dort sind aufwändige Verpackungen für Pflanzen schon lange ein Thema. Nachdem er einige Jahre lang Seerosen und Buxus aus China in Konzeptverpackungen durch die Fa. Mako GmbH verpackt hatte, gründete der Unternehmer 2003 eine Firma in Shanghai, um Einkauf und Abwicklung zuverlässig gewährleisten zu können. In den Folgejahren wurden zahlreiche Verpackungen für den Gartenbau, aber auch für branchenfremde Kunden, produziert. Im Jahr 2010 fiel dann die Entscheidung, gemeinsam mit seiner Gattin Wang Ying zurückzukehren an den deutschen Firmensitz in Wietmarschen, Emsland, und das Sortiment auf Gartenbau spezifische Lösungen zu konzentrieren. Zusammen mit seiner Frau ist Koelmann heute in Straelen am Niederrhein ansässig und bietet interessierten Gartenbauunternehmen Verpackungskonzepte.

Das Sortiment der Fa. Florapack umfasst Etiketten, Topfmanschetten, Packs mit Tragebügel, Tragetaschen, Beutel und Geschenkverpackungen für Blumen und Pflanzen aus verschiedenen Kunststoffen oder Steinpapier. Außerdem sind für die gärtnerische Produktion Rankhilfen, Kunststoffstäbe und Stützkörbchen im Angebot. Des Weiteren vertreibt die Firma auch Raumparfüms, Keramiktöpfe und Tragetaschen in der grünen Branche. Für branchenfremde Unternehmen werden weiterhin Speziallösungen übernommen, beispielsweise Verpackungen für Parfüm, Tragetaschen aus Steinpapier oder gegossene Figuren aus Kunstharz. Alles, was Handarbeit ist, wird direkt in China mit erledigt, wie beispielsweise das Zusammenstecken von Potcovern oder das Aufstecken von Etiketten auf die Stäbe.

Markus Koelmann und sein Team unterstützen die Gärtner beim Zuschnitt individueller Lösungen. Für jedes Produkt bzw. für jeden Kunden wird ein eigenes Design entworfen und gegebenenfalls auch neue verkaufsfördernde Accessoires ersonnen. Dabei dienen die Produkte nicht nur zur Verkaufsförderung durch Attraktivität, sondern sie bieten auch die Chance, durch Aufdrucke dem Verbraucher wertvolle Informationen an die Hand zu geben.

Mit dem Gartenbaubetrieb Johannes Heekeren, Straelen-Holt, arbeitet die Fa. Florapack schon lange zusammen. Das Unternehmen ist auf verschiedene Stauden, ausgesuchte Beet- und Balkonpflanzen sowie Gräser spezialisiert, wie Gärtnermeister Michael Zocholl erläutert. Zunächst wurden mit Florapack zusammen klassische Stecketiketten aus Kunststoff entworfen. Heute sind die Etiketten aus Steinpapier, einem speziellen Material, dass sich beschreiben lässt, aber wasserfest, reißfest und dennoch biologisch abbaubar ist. Die Etiketten werden an einem Bambusstab montiert bei Gartenbau Heekeren angeliefert. Für Edelweißstauden im 17er-Topf, die auch außerhalb ihrer Blütezeit vermarktet werden sollen, entwickelte die Gärtnerei gemeinsam mit Markus Koelmann ein aufwändiges Potcover aus Kunststoff. Die Pflanzen werden in die fest verschweißte Manschette hineingestellt, an einer Seite ragt ein Schild mit Alpenmotiv hinter der Pflanze auf, das am oberen Ende einen Tragegriff hat. So wird die Pflanze in ihr heimatliches Ambiente eingebettet und bekommt einen Mehrwert mit auf den Weg zum Verbraucher. Das jüngste Produkt aus der Zusammenarbeit zwischen Heekeren und Florapack ist ein Beutel, mit dem die großen Gräser vermarktet werden. Anstelle eines Übertopfes bietet der wasserfeste Kunststoff-Beutel, der von außen aufgeraut ist und eine Naturoptik hat, eine attraktive Geschenkverpackung und eine saubere Hülle, mit der die Pflanze direkt auf der Fensterbank platziert werden kann. Exklusiv für Heekeren hat der Beutel einen eigenen Aufdruck sowie oben eine Kordel mit Stopper zum lockeren Zuziehen. Das Handling bei der Marktaufbereitung der Pflanzen ist ganz einfach, wie Gärtnermeister Zocholl bestätigt. Der Beutel wird aufgefaltet, aufgestellt und die Pflanze kann von einer Person hineingesetzt werden. Allgemein hat die Gärtnerei gute Erfahrungen mit verkaufsunterstützenden Artikeln an ihren Pflanzen gemacht; rund 80 % der Ware gehen mit Etikett oder Verpackung weg. Natürlich sind das Mehrkosten, aber häufig ist es Verhandlungssache mit dem Fachhandel, wie viel Verpackungsaufwand betrieben werden soll.

Auch Gärtnermeister Theo Boeckstegers, Bedburg-Hau, hat die Zusammenarbeit mit Florapack gesucht, um eine eigene Marke zu etablieren. Eine seiner Spezialitäten sind Minipflanzen im 6er-Topf wie Primeln, Violen oder Cyclamen. Sie sollen nun mit Potcovern ausgestattet werden, die den Markennamen sowie einen QR-Code enthalten und zum Impulskauf verleiten. Per Smartphone können Endverbraucher dann auf eine Homepage gelangen, die Tipps für die Pflege und die Verwendung der Pflanzen bereithält. Auch die Erstellung der Homepage ist im Service der Fa. Florapack inbegriffen. Hat sich die Marke erst mal einen Namen gemacht, möchte Theo Boeckstegers sie auch auf weitere seiner Produkte ausdehnen. „Früher haben wir einfach nur produziert, heute sind Marketing und Vernetzung immer wichtiger“, sagt der Unternehmer.

Hans-Jörg Sicars, der für Florapack unter anderem im Ammerland unterwegs ist, hatte ein attraktives Produkt für die Adventszeit aus einer der dortigen Baumschulen mitgebracht: eine kleine Zuckerhut-Fichte im 2 l-Topf im roten Beutel, verziert mit Lichterkette und Sternstecker. Ähnliche Produkte gibt es auch inklusive Weihnachtsmützchen. Dies sind typische Geschenkartikel, die in der Adventszeit so gut laufen, dass die Baumschule sogar nochmal Beutel nachordern musste.

Verpackungen und andere verkaufsfördernde Maßnahmen liegen im Trend, da waren sich Produzenten und Verpackungshersteller einig. Wie jüngst auf der niederländischen FloraHolland Trade Fair zu beobachten war, hatten die meisten der dort ausstellenden Gärtner irgendwelche Verpackungskonzepte. Da geht die Reise hin, ist Markus Koelmann überzeugt.


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