07.12.2015

Modernste Technik

Dieser von der Firma Bosch vollständig neu entwickelte Roboter kann automatisch sein Ziel anfahren und zukünftig drohnengesteuert Arbeiten ausführen

Ein Highlight des Hohenheimer Gemüsebautages sind immer die Gerätevorführungen im Freiland. So wurden auch in diesem Jahr verschiedene mobile Geräte vorgeführt, die Arbeitsvorgänge im Freilandgemüsebau immer weiter automatisieren.

Neuer Düngerstreuer von Rauch

Als erstes Gerät bei der Maschinenvorführung in Hohenheim wurde als Neuheit der Kastendüngerstreuer LINUS 17.1 vorgeführt. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das am Schlepper angebaut Düngemittel, aber auch andere Streugüter ausbringen kann. Der Behälterinhalt beträgt 1 000 l und hat eine Streubreite von 175 cm. Das Gerät ist mit einer flexiblen, verschleißfesten Rührwelle ausgestattet, so dass die Rührfinger das Streugut kontinuierlich den Dosieröffnungen zuführen und für eine problemlose, genaue Dosierung aller bekannten Streumittel sorgt. Eingesetzt werden können Streumittel in granulierter Form, aber auch Sand, Kompost und Saatgut. Selbst pulvrige Streugüter können ausgebracht werden. Beim Wechsel des Streumittels ist kein Umbau und keine Zusatzausrüstung erforderlich. Das Gerät kann exklusiv im Gemüsebau eingesetzt werden, ist aber auch für Anwendungen in Baumschulen, in Obst- oder Sonderkulturen geeignet.

Die Ausbringung der Streuware wird elektronisch gesteuert und es können auch alle Vorgänge dokumentiert werden. Kurz vorgestellt wurde auch der Rauch-Schleuderstreuer, bei dem Düngemittel bis zu einer Arbeitsbreite von 20 m ausgebracht werden können.

Doppelspaten-Maschine von Selvatici

Auch schon eine Besonderheit zur Bodenbearbeitung und vor allen Dingen auch um Grüneinsaaten oder andere Pflanzenreste in tiefere Bodenschichten einzuarbeiten ist die Doppelspaten-Maschine BIVANGA. Das Gerät ist mit sechs Spaten-Modulen ausgerüstet, die in unterschiedlichen Höhen an dem Gerät montiert sind und bei der rotierenden Arbeitsweise den Boden tiefgründig umgraben. Das vorgestellte Modell hat eine Arbeitsbreite von 145 cm und kann auf eine Arbeitstiefe von 10 bis 50 cm eingestellt werden. Bei der Vorführung in Hohenheim war das Gerät an einen 60 PS-Traktor angeschlossen, der mit einer Geschwindigkeit von 1 km/h den Boden perfekt umgegraben und gleichzeitig zerkleinert hat. Diese Doppelspaten-Maschine ist vor allen Dingen für den Einsatz von Flächen gedacht, wo obere Bodenschichten nach unten verlegt werden müssen.

Forigo-Umkehrfräse G 35

In ähnlicher Weise wurde von der Fa. Aldinger Technik, Vaihingen/Enz, die Umkehrfräse G35 vorgestellt. Auch diese Fräse kann eingesetzt werden, wenn eine grün bewachsene Fläche in ein feines Saatbett umgewandelt werden soll und auf diese Weise auch Ernterückstände, Steine usw. in untere Bodenschichten verlagert werden. Die Fräse hat, als stabile Ausführung, eine Arbeitsbreite zwischen 130 und 250 cm und eine Arbeitstiefe von 23 cm.

In ähnlicher Weise wurde eine zapfwellenlose Anhängemaschine der Firma Eumagrotec vorgestellt, die, wie näher erläutert wurde, vor allen Dingen zur mechanischen Unkrautbekämpfung eingesetzt werden kann.

Neue automatische Pflanzmaschinen

Das Pflanzen von Gemüse-Jungware wird immer weiter automatisiert. Zwei interessante Pflanzmaschinen wurden im Einsatz vorgestellt.

Beim ersten Modell handelte es sich um eine Maschine der niederländischen Firma Nanne Kooiman, Andijk. Sie arbeitet vollautomatisch und pflanzt nach einem bestimmten System vorkultivierte Jungpflanzen exakt auf einer gut vorbereiteten Fläche aus. Voraussetzung ist also, dass die Samen in kleinen, an einem Band befindlichen Töpfchen ausgesät und in Handkisten zum Keimen gebracht werden. Bei einer entsprechenden Größe der Jungpflanzen können sie dann vollautomatisch über die Pflanzmaschine ausgepflanzt werden. Das Gerät ist so konstruiert, dass vor dem Einsatz 48 Kisten aufgeladen werden können und dann die Jungpflanzen während dem Einsatz vollautomatisch ausgepflanzt werden. Vorgestellt wurde diese Pflanzmaschine mit vier Reihen, doch ist es auch möglich, die Maschine mit fünf Reihen auszurüsten. Immerhin hat das Gesamtmodell ein Gewicht von 2,2 t und kann bis zu 50 000 Pflanzen/h auspflanzen.

Vorgestellt wurde auch eine fünfreihige Pflanzmaschine der Firma Checchi & Magli, Bologna, die mit einem Reihenabstand von 60 cm Gemüse-Jungpflanzen im Abstand von 40 cm und größer in der Reihe auspflanzt. Bei dieser Maschine werden die Jungpflanzen in üblicher Weise herangezogen und vor eine Ladefläche gestapelt. Fünf Einsatzkräfte haben einen bequemen Sitzplatz und müssen die Jungpflanzen jeweils in einen runden Zehn-Becher-Verteiler einbringen Von dort werden die Setzlinge automatisch von der Pflanzmaschine aufgenommen und entsprechend der Grundeinstellung ausgepflanzt. Die Maschine ist, wie bei der Vorführung erwähnt wurde, gleichzeitig mit einem Düngerstreuer ausgestattet und kann außerdem die gepflanzten Setzlinge je Pflanze mit 5 ml Wasser angießen.

Blick in die Zukunft

Ein besonderes Gerät wurde als Unikat anlässlich des Gemüsebautages vorgestellt. Es handelt sich dabei, wie erwähnt wurde, um einen Prototyp, der in Zukunft als Roboter eingesetzt werden kann. Über eine Drohne gesteuert kann dieses Gerät sein Ziel anfahren und zum Beispiel in einem Kulturpflanzenbestand Unkraut automatisch erkennen und bekämpfen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind selbstverständlich vorgesehen. Das Gerät soll, wie erwähnt wurde, an der Universität Osnabrück zusammen mit einer Bosch-Partnerfirma weiter entwickelt und so auf die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten vorbereitet werden. Voraussichtlich soll dieser Roboter 2017 in den Handel kommen.

Auch diese Maschinen- und Gerätevorstellung anlässlich des 38. Hohenheimer Gemüsebautages fand bei den Teilnehmern großen Anklang. Es war eindeutig festzustellen, dass  sich die Einsatzmöglichkeiten von Geräten und Maschinen immer weiter entwickeln und der Trend zur Arbeitskräfteeinsparung, gleichzeitig aber zu einer exakten, hohen Arbeitsleistung geht.

Edgar Gugenhan


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