04.06.2019

Neue Sorte `Dahli´ vorgestellt

Mit Freude und stolz präsentiert Robert Dahl die neue Erdbeersorte `Dahli´, die das niederländische Unternehmen Flevo Berry zu Ehren seines Vaters Karl-Heinz Dahl gezüchtet hat
Foto: von Hollen

Das niederländische Zuchtunternehmen Flevo Berry hatte zur Vorstellung seiner neuen Erdbeersorte am 31. Mai 2019 nach Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern auf den Betrieb Dahl eingeladen. Hier werden auf 460 ha Erdbeeren angebaut und hier ist die gewaltige Vermarktungszentrale der Familie Dahl, die 95 % ihrer Produktion direkt an den Verbraucher verkauft. Bekannter ist das Familienunternehmen unter dem Namen „Karl´s“ mit weißem Schriftzug auf grünem Grund und den Karl´s-Erlebnisdörfern, dessen Fahrgeschäfte, Attraktionen, Manufakturen, Restaurants und Verkaufsstände jedes Jahr Tausende Besucher anlocken.

Dass der Niederländer Jo Goossens, Miteigner von Flevo Berry, die Enthüllung des neuen Sortennamens und die Vorstellung der Sorte genau hier feierlich vollzog, hatte einen besonderen Grund. Damit löste er ein altes Versprechen ein. Als der Begründer des Großunternehmens Karl-Heinz Dahl im Jahr 2016 verstarb, versprach Goossens dem Sohn Robert das Andenken des charismatischen Mannes in besonderer Weise zu ehren: „Die nächste Sorte, die wir entwickeln, wird Deinem Vater gewidmet sein.“ Jetzt ist es soweit und Robert Dahl, Jo Goossens und der Flevo-Berry-Züchter Marcel Suiker enthüllten den neuen Namen `Dahli´. Die frühe Erdbeersorte zeichne sich durch Stabilität und Zuverlässigkeit aus, erläuterte Goossens - Eigenschaften, die auch Karl-Heinz Dahl zu eigen waren.

Robert Dahl, der die neue frühe Sorte auf 2 ha angebaut hat, ist von ihrer Leistung überzeugt und stolz darauf, dass diese den Namen der Familie trägt. „Die Früchte sind sehr aromatisch, haben einen schönen Glanz und eine feste Schale. Sie eignen sich für unsere Direktvermarktung hervorragend“, ist Dahl sich sicher. `Dahli´ reift drei bis vier Tage später als `Flair´, ihr Blattwerk überdeckt wie `Flair´ die Blüten, sodass diese bei Folienabdeckung gut geschützt sind. Die festen Früchte sind leicht zu pflücken und versprechen einen hohen Anteil an Klasse 1-Ausbeute.

Für den Betrieb schließt diese frühe Erdbeere die Lücke zwischen `Flair´ und `Faith´, erklärt Robert Dahl. Aber das sei längst nicht alles. Freimütig erzählt der 45-Jährige, wie begeistert Mitarbeiter und er selbst von der gesunden und laubstarken Sorte im Frühjahr gewesen seien und optimistisch den Termin für die Präsentation geplant hätten. Am 26. April sei dann aber ein heftiger Hagelschauer auf die Pflanzen herunter geprasselt und dieses Unwetter richtete großen Schaden an. Doch nach nur zehn Tage erholten sich die Pflanzen erstaunlich gut.

Robert Dahl schafft es, wie sein Vater, aus der Not immer noch eine Tugend zu machen: „Das kann natürlich immer passieren. Aber die Robustheit der Pflanze hat uns durch dieses Ereignis überzeugt!“ Später im Feld konnten sich die Züchter, Vermehrer und Anbauer davon überzeugen, dass die Pflanzen zwar optimal im Blatt stehen, aber viele Früchte Schaden genommen hatten.

Trotzdem kamen die Besucher in den visuellen und geschmacklichen Genuss, um das Potential der Frühsorte eingehend zu testen. „Wozu hat man Freunde?“ dachte sich der junge Unternehmer und bat den Freund seines Vaters Enno Glantz, der diese Erdbeersorte in diesem Jahr auch erstmalig ausprobiert hat, um Unterstützung. So stand eine Palette mit fehlerfreien Früchten der Sorte `Dahli´ am Feldrand, die allerdings aus dem 100 km entfernten Hohen Wieschendorf stammten. „Meine Ernte wird wohl eher im Marmeladentopf enden“, erklärte Dahl pragmatisch.

Josefine von Hollen


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