27.03.2020

Neue Studierenden-App will Freiwillige als Erntehelfer vermitteln

Erdbeeren, Spargel und andere Lebensmittel müssen in den kommenden Wochen geerntet werden, andernfalls verdirbt die Ernte auf den Feldern. Doch seit Mittwoch dürfen die jährlich knapp 300.000 ausländische Saisonarbeitskräfte wegen verschärfter Infektionsschutzregeln nicht einreisen. Hilfe in der Not verspricht die Entwicklung zweier Studierenden der Universität Hohenheim in Stuttgart: Die App „soliD – solidarisches Deutschland“ soll Landwirte in Not mit Menschen zusammenbringen, die ihren gewohnten Tätigkeiten wegen der Coronakrise nicht nachkommen können.

Bereits dieses Wochenende prüft eine Jury, ob das Projekt im Rahmen des „Hackaton #WirVsVirus der Bundesregierung“ offiziell gefördert werden wird. Mit einem like unter das youtube-Video kann man die Idee unterstützen: https://www.youtube.com/watch?v=6qISsRWOMqw.

Infos zm Hackatohn: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/hackathon-der-bundesregierung-1733632 

 

Menschen in Zwangsuntätigkeit an Landwirte in Not vermitteln

Mit ihrer App „soliD – solidarisches Deutschland“ wollen Timo Grupp und Christian Bidlingmaier in Not geratene Landwirte und solidarische Erntehelfer zusammenbringen. Denn durch die geschlossenen Grenzen fallen ausländische Saisonarbeitskräfte aus Polen, Rumänien und Bulgarien bis auf Weiteres aus. Das Dilemma ließ den beiden Agrarstudenten Timo Grupp und Christian Bidlingmaier von der Universität Hohenheim keine Ruhe. Ihr Gedanke: Durch die Kontaktsperre gibt es in Deutschland zahlreiche Menschen, die ihren gewohnten Tätigkeiten nicht nachkommen können. Darunter sicher genug, die gerne einen Beitrag leisten möchten, um die gesellschaftliche Krise zu überwinden. Die Herausforderung: die solidarischen Helferinnen und Helfer mit den landwirtschaftlichen Betrieben zusammen zu bringen. Und das möglichst schnell und unkompliziert.

So funktioniert die App
 

Landwirtinnen und Landwirte können sich über die App kostenlos registrieren und wichtige Angaben zur Art, Umfang und Rahmenbedingungen der Arbeit machen: U.a. zu Stundenlohn, Übernachtungs- und Abholmöglichkeiten oder zur Mindestarbeitszeit, weil sich für viele Betriebe eine Hilfstätigkeit erst lohnt, wenn diese für einen bestimmten Zeitraum durchgeführt wird. Aber auch die Art der Kulturen spielt eine Rolle, um etwaige Allergien zu berücksichtigen.

Hilfswillige können zunächst ohne Registrierung nach Betrieben in ihrer Umgebung suchen und Gesuche über Social Media-Kanäle teilen. Um ihre Hilfe konkret anzubieten, registrieren sie sich mit ihrer Handynummer.

HINTERGRUND: Hackathon #WirVsVirus

Der Hackathon #WirVsVirus war eine gemeinsame Veranstaltung von Bundesregierung und sieben sozialen Initiativen gegen das Coronavirus. Konkret handelte es sich um einen sehr großen Programmierwettbewerb. Das Ziel: binnen 48 Stunden kreative Lösungen zu finden, die im Umgang mit der Corona-Pandemie helfen könnten. Insgesamt haben sich fast 40.000 Menschen aktiv engagiert, um rund 1.500 Projekte aus den knapp 3.000 Herausforderungen, sogenannte "Challenges" im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu bearbeiten. Ende der Woche wird eine Jury besonders herauszuhebende Projekte benennen.

Quelle: Uni Hohenheim