09.10.2020

Nobelpreis für Chemie für die Entwicklung der Genschere Crispr/Cas9

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) beglückwünscht Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna zum diesjährigen Nobelpreis für Chemie für ihre Entwicklung der Genschere Crispr/Cas9.

„Crispr/Cas9 hat neue Möglichkeiten für die Pflanzenzüchtung geschaffen“, erläutert ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Angesichts von Klimawandel, Wetterextremen sowie Krankheiten oder Schädlingen sind widerstandsfähige Pflanzen wichtiger denn je. Mit Hilfe neuer Züchtungsmethoden können hier dringend benötigte Antworten in kürzerer Zeit gefunden werden. Das Potenzial neuer Züchtungsmethoden muss in Deutschland nutzbar gemacht werden. In der diesjährigen Begründung des Nobelkomitee für Chemie heißt es, Crispr/Cas9 habe die molekularen Lebenswissenschaften revolutioniert, führe zu innovativen Pflanzen, trage zu innovativen Krebstherapien bei und könne den Traum von der Heilung vererbter Krankheiten wahr werden lassen. Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna machten eines der schärfsten Werkzeuge der Gentechnologie nutzbar.

Hintergrund:

Der Nobelpreis wird seit 1901 vergeben und geht auf Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Für jede der fünf Kategorien Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und den Friedensnobelpreis gibt es ein eigenes Nobelkomitee.

Am 25. Juli 2018 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein Urteil zur Einordnung neuer Mutageneseverfahren gefällt. Dadurch werden neue Züchtungstechniken, auch das DNA-freie Gene Editing, mit der klassischen Gentechnik gleichgesetzt. Das bringt hohe Anforderungen an die Zulassung und ein kostspieliges Zulassungsverfahren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der EU mit sich. Im Ergebnis lassen sich Pflanzen, die durch klassische Züchtung entstanden sind, aber nicht von denen unterscheiden, die durch moderne Mutageneseverfahren erzeugt wurden.

BÖLW zu Crispr-Nobelpreis

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
(BÖLW), kommentiert die Vergabe des Chemie-Nobelpreises an die Erfinderinnen der
Genschere Crispr-Cas:
„Der Chemie-Nobelpreis gilt einer Entdeckung, deren Tragweite noch nicht abschätzbar ist. Emmanuelle
Charpentier selbst hat zur Vorsicht im Umgang mit ihrer Erfindung gemahnt. Und an
die weltweite Wissenschaftsgemeinde appelliert, ihre Genmanipulationstechnik nicht in der
menschlichen Keimbahn einzusetzen. Die Risiken von Crispr-Cas beim Einsatz in der Medizin
gelten auch für die Umwelt, wenn Gentech-Pflanzen freigesetzt werden. Denn Eigenschaften,
auch ungeplante, die durch Vererbung weitergegeben werden, sind in beiden Fällen nicht rückholbar.
Es ist deshalb nur logisch und dem Vorsorgeprinzip folgend vernünftig, dass der EuGH die Genschere
2018 ohne Wenn und Aber der Gentechnik zugeordnet hat. Crispr-Produkte müssen zum
Schutz von Mensch und Umwelt reguliert werden, was die Risikoprüfung und Kennzeichnung
der Gentech-Gewächse einschließt.
Nur wenn nach Gentechnikrecht reguliert wird, haben Bäuerinnen, Lebensmittelhersteller und
Kundinnen Wahlfreiheit.“

Quelle: ZVG, BÖLW


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