20.03.2017

Panoptikum der modernen Landwirtschaft

Es ist die Unaufgeregtheit, mit der die Handlung von „Bauer Unser“ den Hendlbauern mit seinen 65 000 Legehennen, den Schweinehüter mit seinen 1 300 Borstentieren, den Milchproduzenten mit seinen 130 Kühen und die drei direktvermarktenden Biobetriebe aneinanderreiht, die ein bemerkenswertes Panoptikum der modernen Landwirtschaft schafft. Wohltuend kommentarlos folgt Agrarrebell José Bové auf EU Kommissar Phil Hogan; und während der eine auf den Zusammenhang zwischen Agrarexporten und Flüchtlingsströmen aufmerksam macht, freut sich der andere auf 150 Mio. neue Konsumenten in Asien und Afrika.

Natürlich liegt dem Ganzen ein gewisses Framing zugrunde, das in der Auswahl der Betriebe und Gesprächspartner deutlich wird und in Aussagen wie „die ganzen österreichischen Schinken sind in Wahrheit Brasilianer, weil an die Schweine brasilianisches Soja verfüttert wird“ gipfelt, dennoch ist am 23. März in die deutschen Kinos kommende Film ein sehenswerter Vertreter eines fast schon zum eigenen Genre gewordenen Films, der Produktionsmethoden in der modernen Landwirtschaft zum Thema hat.

Und so steht dem „es gibt wenige Berufe, die ein ähnliches Maß an Produktivität und Vielseitigkeit bieten“ von Regisseur Robert Schabus ein „viele Betriebe sind in einem sich immer wieder intensivierenden Kreislauf gefangen“ gegenüber - und auch wenn sich der eine oder andere vielleicht an der religiösen Konnotation des Filmtitels stört, könnte die Lösung vieler Probleme ja tatsächlich darin bestehen, den Filmtitel wortwörtlich zu nehmen: „Bauer Unser“ als Bezugsquelle für die Dinge des täglichen Lebens.

Tim Jacobsen


All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish