15.10.2020

Pfalzmarkt: Durchwachsene Zwischenbilanz für erstes Halbjahr

Reinhard Oerther und Hans-Jörg Friedrich (v.l.) sind mit der Saison zufrieden.
Foto: Pfalzmarkt

Für die ersten sechs Monate der laufenden Saison legt „Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG“ eine durchwachsene Zwischenbilanz vor, die vom coronabedingten Lockdown und den Folgen geprägt ist. Als zentraler Einflussfaktor für den Geschäftsverlauf bei Deutschlands Marktführer für selbst erzeugtes Obst und Gemüse erwies sich der Einreisestopp für Erntehelfer, der kurz vor dem Saisonstart die komplette Anbau- und Ernteplanung der 180 aktiven Pfalzmarkt-Erzeuger infrage stellte. In der Folge führten die hohen gesetzlichen Anforderungen zur Pandemie-Prävention dazu, dass über die gesamte Saison durchschnittlich rund 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland zur Verfügung standen und stehen. Um die Versorgungssicherheit der Verbraucher mit erntefrischem Obst und Gemüse zu gewährleisten, gehen die 180 aktiven Pfalzmarkt-Erzeuger weiterhin an Grenzen. Corona- und witterungsbedingt verzeichnen die Erzeugerbetriebe – genau wie die Pfalzmarkt-Handelsplattformen – einen starken Anstieg der Personal- und Produktionskosten.

Erntemenge liegt sieben Prozent unter dem Vorjahrswert

Der Nachfrageeinbruch in der Gastronomie konnte vom neuen Trend zum Kochen nicht vollständig kompensiert werden. Dies hatte nicht nur schwergewichtige Folgen für den Spargelabsatz. Im Vergleich mit dem ersten Geschäftshalbjahr 2019 nahm die Erntemenge um sieben Prozent ab. Der bis zum Stichtag am 31. August erzielte Warenumsatz liegt bei 106 Mio. Euro, was einem Plus von 4,8 Prozent entspricht.

Pfalzmarkt mit dem Saisonverlauf zufrieden

Zum Saisonstart hat Pfalzmarkt eG keine Zielvorgaben für das laufende Geschäftsjahr gemacht. In Anbetracht der tiefgreifenden Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich die beiden Vorstände Reinhard Oerther und Hans-Jörg Friedrich mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr zufrieden! Hans-Jörg Friedrich erklärt: „Auf Markt- und Erzeugerseite erleben wir eine Saison der Extreme. Parallel zu den coronabedingten Herausforderungen hatten wir in den Sommermonaten mit den Folgen der Hitzewelle zu kämpfen, was zusätzlichen Mehraufwand sowie Mehrkosten, unter anderem für die Beregnung bedeutet!“ In der laufenden Saison stellt Pfalzmarkt eG erneut unter Beweis, dass sich die bundesweiten Verbraucher sowie die Partner im LEH auf die Liefertreue der Pfalz zu 100 Prozent verlassen können!

Verbraucher lernen Versorgungssicherheit, die der Gemüsegarten Deutschlands bietet, wieder neu zu schätzen!

„Was Nähe und Frische betrifft, hat der Lockdown zu einem Umdenken in vielen Köpfen geführt“, wie Pfalzmarkt-Vorstandsmitglied Reinhard Oerther erklärt. „Diese Wertschätzung hilft uns. Wichtig ist, dass diese Top-Qualität auch einen Preis hat, der das Auskommen und die Top-Leistung unserer Erzeuger so honoriert, damit diese auch in der Folgegeneration ihr Auskommen finden und die saisonale Frischeversorgung Deutschlands mit Vitaminen sicherstellen!“ 

Pfalzmarkt erwartet schwächeres Folgehalbjahr und weniger Erntemenge

Nach Einschätzung der Genossenschaft wird sich die bisherige Geschäftsentwicklung – auch in Anbetracht der zwischenzeitlichen Anpassung der Erzeugerpreise – nicht 1:1 im zweiten Halbjahr fortsetzen. Je nach Saisonverlauf und -länge kann Pfalzmarkt eG bis zum 31. Dezember bei der Erntemenge gegebenenfalls noch etwas Boden gut machen. Da nach wie vor Saisonarbeitskräfte fehlen, sind die 223.000 t Obst und Gemüse von 2019 nicht die alleinige Messlatte, die es unbedingt zu erreichen gilt.

Standorterweiterung und Nachwuchskräftegewinnung laufen nach Plan

Mit der Standorterweiterung in Mutterstadt investiert Pfalzmarkt eG nachhaltig in die Zukunft der Genossenschaft. Der Bau für eines der europaweit größten und modernsten Vermarktungszentren für frisches Obst und Gemüse liegt zeitlich weiter voll im Plan. Bis 2021 beträgt das Investitionsvolumen rund 30 Mio. Euro.

Ein weiterer strategischer Baustein für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Genossenschaft ist das Thema Nachwuchskräftegewinnung und Mitarbeiterqualifizierung. Um das weitere Wachstum sicherzustellen, konzentriert sich Pfalzmarkt eG verstärkt auf die eigene Mitarbeiterentwicklung. Hans-Jörg Friedrich: „Damit wir unserer bundesweiten Marktstellung gerecht werden, investieren wir gezielt in den Teamaufbau. Als Beleg dafür schaffen wir im gerade begonnenen Ausbildungsjahr einen Rekord, indem wir  erstmals acht Auszubildene ausbilden!“

Quelle: Pfalzmarkt


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