10.11.2017

Salat-Feldtag am Niederrhein - Infos und Austausch unter Kollegen

Der Einladung der Fachgruppe Gemüsebau Krefeld-Viersen-Heinsberg nach Wachtendonk waren am 7. September gut 70 Anbauer gefolgt. Sie nutzten die Gelegenheit, sich mit Kollegen und Vertretern der Züchtungsfirmen auszutauschen. Außerdem konnte man Maschinen von Horsch und Ferrari live erleben.

Kritisch begutachteten die zahlreichen Besucher des Feldtages in Wachtendonk die Ergebnisse der Hackmaschine, auch der fachliche Austausch über Salatsorten kam nicht zu kurz

Vom Fachgruppenvorsitzenden Marc Bonus, der die Veranstaltung gemeinsam mit Schatzmeister Ilhan Avci organisierte, wurden die Züchtungsunternehmen im Vorfeld aufgerufen, Sorten für eine Demofläche zu schicken. Dabei ging es nicht vorrangig um Neuheiten, sondern um Sorten, die unter den niederrheinischen Bedingungen gut gedeihen.

Neues und Bewährtes

Stefan Hermans, Nunhems, stellte unter anderem die Romana-Sorten `Thimble´, `Rugbee´ und `Themes´ vor. `Thimble´, bereits als Standardsorte etabliert, wächst sehr stabil, erreicht schnell das Verkaufsgewicht und ist lausresistent. Die neue Sorte `Rugbee´ besitzt diese Resistenz leider nicht, wächst sehr aufrecht und lässt sich leicht packen. Sie hat einen etwas späteren Erntezeitpunkt als `Thimble´. `Themes´ (vormals Nun 773) hingegen besitzt volle Bremia- und Lausresistenz, bleibt aber etwas kleiner und kürzer.

Bei den Eissalat-Sorten hob Hermans `Rockin´ und `Wellkin´ hervor. Der erste eignet sich für einen Anbau bis Mitte Juli, ist sehr stabil und erreicht schnell sein Gewicht. `Wellkin´ bildet etwas mehr Umblatt, das vor allem bei frühen Sätzen die Köpfe vor Frost oder Beschädigungen durch Vlies schützt. Hermans verwies auch noch auf die Sorten `Pluskin´, die 2017 eingeführt wurde und ein sehr weites Erntefenster besitzt, und Nun 173, die seit 2017 im Testanbau ist und die Nachfolgesorte von `Elsol´ werden soll.

Hartmut Kronsbein von Hazera stellte vor allem die Frisée-Endivie `Marjory´ heraus. Die schossfeste Ganzjahressorte mit einem kompakten Wuchs und hohem Gelbanteil ist sehr flexibel mit einer hohen Nettoausbeute. `Marjory´ eignet sich ideal für die Industrie im Bereich Convenience.

`Farito´, `Elmundo´ und `Gonzalo´ sind Eissalatsorten aus dem Hause Enza Zaden, die Thomas Stelzl beim Feldtag präsentierte. Die Sommersorte `Farito´ habe sich bereits seit zwei Jahren bewährt und besitze volle Bremia- und Lausresistenz. `Elmundo´, die sich wie `Farito´ für den Anbau von Mitte April bis Anfang August eignet, wächst etwas homogener, bildet eine flach-runde Kopfform und ist sehr stark gegen Innenbrand. `Gonzalo´ (Züchternummer 619) ist ebenfalls stark gegen Innenbrand, füllt schnell und bildet einen runden Kopf.

Die neue Miniromanasorte `Xiomara´ bildet laut Enza dunkelgrüne, etwas kürzere Köpfe mit hoher Homogenität. Sie eignet sich für den Salatherzenanbau unter Netz und besitzt die derzeit höchstmögliche Bremia-Resistenz.

Auch Syngenta hatte einige Sorten mitgebracht, so z.B. `Merinos´, einen Little-Gem-Typ mit guter Toleranz gegen Innenbrand, voller Bremia-Resistenz und kompaktem Wuchs (16-18 cm). Auch die Eissalatsorten `Ice Wave´ und `Ice Cicle´ waren auf dem Demofeld aufgepfanzt. Die erste kann von Woche 16 bis in den Herbst hinein gepflanzt werden, ist stark gegen Innenbrand und bildet flach-runde Köpfe. Die Schwestersorte `Ice Circle´ ist etwas schneller und besitzt ebenfalls volle Resistenz.

Braunwerden war gestern

Knox-Salatsorten von Rijk Zwaan zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Schnittstellen der Blätter nach dem Schneiden weniger rasch durch Oxidation verfärben. Durch Knox verlängert sich die Haltbarkeit um etwa zwei Tage. Laut Jürgen Parschau, Rijk Zwaan, muss geschnittener Salat somit nicht immer sauerstoffarm verpackt werden. Das senke die Kosten und eröffnet neue Möglichkeiten für die Herstellung von Salatmischungen. Eine weitere nützliche Eigenschaft, die eigentlich aus dem Kopfsalat stammt und nach zehnjähriger Züchtungsarbeit jetzt auch in den Eissalat übertragen werden konnte, ist Knox Core. Sorten mit dieser Eigenschaft zeigen eine deutlich spätere Verbräunung des Strunks. Bislang ist es allerdings noch nicht gelungen, beide Eigenschaften in einer Sorte zu vereinen.

Schwere Maschinen

André Strathmann, Kundendienstmitarbeiter der Firma Horsch, stellte die Grubber Terrano FX und die Feldspritze Leeb LT vor. Der dreibalkige Grubber, den es in verschiedenen Varianten mit bis zu 7,80 m Breite gibt, ist ein „Allroundgrubber für fast alle Bedingungen“. Der „meist verkaufte Horsch-Grubber“ eignet sich für flache Stoppelbearbeitung wie für intensive Bodendurchmischung. Die längere Verweildauer des Bodens im Gerät – im Vergleich mit zweibalkigen Geräten – sofgt für optimale Durchmischung.

Horsch, eigentlich bekannt für Bodenbearbeitung und Sätechnik, führt seit drei Jahren zusätzlich die Spritzen der Firma Leeb im Sortiment. Die vorgestellte Leeb LT mit Kunststofffass gibt es mit 4 000-6 000 l Fassungsvermögen. In dem Gerät sind zwei Pumpen verbaut: eine Saugpumpe und eine Kreiselpumpe, die den Spritzbrühetank befüllt und die Brühe ausbringt. Ihr Antrieb erfolgt durch Load Sensing, beim Schlepper ist eine 110-l-Pumpe erforderlich. Die Spritzbrühe zirkuliert im Gestänge durch das komplette Düsenrohr. Zwischen 18 und 42 m Spannweite sind Gestänge möglich. Auch eine automatische Gestängeführung – genannt Boom Control – ist zu haben. Diese sorgt für das Beibehalten der exakten Arbeitshöhe in flachem oder leicht hügeligem Gelände. Die aktive Anpassung der Höhe erfolgt mittels zwei bis vier Sensoren am Gestänge. Bei der Variante Boom Control Pro kann jede Gestängeseite einzeln nach oben oder unten reguliert werden. Düsen werden am Gestänge alle 25 cm installiert – dies ermöglicht einen geringeren Abstand zu Kulturpflanzen und damit weniger Abdrift.

Technik von Ferrari

Marten Hulzebos, Agri Evolution, Andijk/NL, hatte zum Feldtag am Niederrhein eine Pflanz- und eine Hackmaschine des italienischen Herstellers Ferrari mitgebracht. Die automatische Pflanzmaschine Fast Block kann in der fünfreihigen Variante bis zu 7 000 Pflanzen pro Stunden setzen und mit bis zu 2,5 km/h arbeiten. Die Presstöpfe müssen eine Seitenlänge von 3,2 bis 5 cm aufweisen, sie können einzeln oder zu Riegeln gepresst verwendet werden. Der Mindestreihenabstand beträgt 23 cm, der Abstand in der Reihe kann zwischen 10 und 100 cm eingestellt werden. Durch ein Greifersystem werden die Presstöpfe in die Pflanzrinne eingelegt und mittels Schaufelrad eingegraben. Pro Arbeitskraft können auf der Maschine zwei bis drei Reihen bedient werden, für die fünfreihige Variante reichen also zwei Mitarbeiter, die die Töpfe zuführen. Zur Reinigung der Schare ist ein automatisches Druckluftreinigungssystem verbaut. Der Antrieb der Maschine erfolgt hydrostatisch mit 2- oder 4-Radantrieb. Eine Vorrichtung zum automatischen Folgen der Schlepperspur erleichtert die Arbeit.

Auch von Ferrari stammt die automatische Hackmaschine Remoweed, die sowohl zwischen den Reihen als auch zwischen den Pflanzen hackt. Eine Infrarot-Lichtschranke ermöglicht es der Maschine, Boden und Pflanze zu „unterscheiden“. Der Boden absorbiert dabei das ausgesendete Infrarot, die Pflanzen hingegen reflektieren es. Da vor dem Hacken ins System Daten wie Reihenabstand, Pflanzabstand und ungefähre Größe der Kulturpflanzen eingegeben wurde, kann der Computer der Hackmaschine „entscheiden“, welche Pflanze stehen bleiben soll. Vor der Kulturpflanze öffnen sich dann die kleinen zusätzlichen Schare und schließen sich nach dem Passieren sofort wieder. Die Geschwindigkeit, in der das erfolgt, wird über Arbeitsgeschwindigkeit und Bodenstruktur automatisch geregelt.

Ohne Lärm und Gestank

Von der niederländischen Firma de Jongh konnte auf dem Feldtag ein selbstfahrender Jäteflieger mit Solarantrieb besichtigt werden. Das Gerät ist aus Aluminium und daher leicht und bodenschonend. Die Mitarbeiter, die auf den gepolsterten Liegen mit Kopfablagemöglichkeit das Unkraut jäten, sind durch die Solarpaneele vor Sonne und Regen geschützt. Auch der geräuscharme und emissionsfreie Antrieb ist für die Mitarbeiter positiv. Der Jäteflieger ist in verschiedenen Breiten und Ausstattungsvarianten lieferbar.

Marion Valenta

 


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