21.08.2019

Schneise der Verwüstung im Rhein-Main-Gebiet

Als hätte Schrotschuss diese F-Clean-Folie getroffen – nach dem Hagel am 18. August muss die komplette Folieneindeckung des Gewächshauses ausgetauscht werden
Foto: GV

Unpassierbare Straßen, Häuser mit zerstörten Fassaden und abgedeckten Dächern sowie massenweise umgestürzte Bäume waren das Resultat eines heftigen Hagelgewitters am Sonntag, den 18. August im Rhein-Main-Gebiet. Betroffen waren auch wieder Gartenbaubetriebe, hier insbesondere südlich und südöstlich von Frankfurt.

Der Gartenbau-Versicherung wurden knapp 20 Schäden, teils von beträchtlichem Ausmaß, gemeldet. Die Gesellschaft rechnet mit Entschädigungsleistungen zwischen 500.000 und 750.000 €. Hiervon betroffen sind sowohl Gewächshausanlagen als auch Freilandflächen, in zwei Fällen zudem angeschlossene Wohngebäude. Die zuständigen Außendienstmitarbeiter befinden sich seit Montagfrüh vor Ort zur Schadenaufnahme, um so die zeitnahe Regulierung und Wiederaufnahme der Produktion sicherzustellen. 

Freiland: Topfpflanzen wie abgemäht

In einzelnen Unterglasbetrieben kamen bis zu 1.000 Scheiben zu Bruch, in einem Betrieb wurde durch die hohe Geschwindigkeit der Hagelkörner die an sich als relativ hagelfest eingestufte F-Clean-Folie total zerstört. Im Freiland wurden Topfpflanzen auf einigen Flächen weiträumig umgeweht und selbst die Töpfe dann vom Hagel zerlöchert. Besonders auffällig waren hierbei auch die Schäden an den Pflanzen. Insbesondere Chrysanthemen, aber auch Callunen und einige Stauden wirkten nach dem Hagel wie abgemäht. Ob „nur“ zerstörte Töpfe oder beschädigte Pflanzen: In beiden Fällen sind diese Bestände wirtschaftlich nicht mehr zu nutzen und müssen entsorgt werden.

Durch die lokale Begrenzung des Unwetters einerseits und die schweren Schäden andererseits wurde zunächst von einem Tornado ausgegangen. Laut Deutschem Wetterdienst handelte es sich jedoch um eine Superzelle, einem Zusammenschluss mehrerer Gewitterzellen, mit heftigen Fallböen. Diese können Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h entwickeln und entstehen, wenn kalte Luft in einem Gewitter nach unten fällt und auf den Boden trifft. Beim Unwetter am Sonntag waren genau diese Böen dafür verantwortlich, dass Hagel in sehr starker Dichte und mit ungewöhnlich hohen Geschwindigkeiten fast waagerecht auf die sich in der Unwetterschneise befindlichen Gegenstände und Pflanzen „einpeitschte“. Großer Sachschaden war damit vorprogrammiert.

Quelle: GV