13.01.2015

Tulpenzwiebeln ab Hof

Blumenzwiebel-Zucht mit Tradition

von Meike Siebel

Cornel und Monique van Schagen sind die dritte Generation, die Tulpen und Traubenhyazinthen, Gladiolen und Eucomis auf den Sandböden zwischen Alkmaar und Bergen anbaut. Dabei wissen die beiden ursprüngliche Sorten und klassische Vermarktungswege mit innovativen Neuzüchtungen und modernen Direktvermarktungsideen zu verbinden.

Cornel van Schagen hat den Blumenzwiebel-Betrieb 2003 offiziell von seinem Vater Nic übernommen - der Firmenname Nic van Schagen & Zn. BV ist geblieben. Die Grundidee ebenfalls: „Wir kultivieren die klassischen Frühblüher und Sommerblüher auf rund 50 ha. Dabei nutzen wir immer zwei Saisons aus, damit wir 365 Tage im Jahr Zwiebeln liefern können“, erläutert Cornel van Schagen. Er verlässt sich dabei jedoch nicht allein auf die bekannten Klassiker, sondern probiert viel Neues. „Wir brauchen jedes Jahr eine neue Sorte, die exklusiv aus unserem Betrieb kommt. So haben wir zum Beispiel zuletzt die `Double Sugar´ auf den Markt gebracht. Das macht unsere Firma zu etwas Besonderem! Die ständige Suche nach etwas Neuem treibt mich an – und sie macht Spaß“, verrät Cornel seine Motivation.

Jeden Tag ein LKW

Die Blumenzwiebeln – vor allem Tulpen, aber auch Narzissen, Krokusse oder Ananasblume – gehen, in Kisten und Säcken von 20 bis 500 kg verpackt, zur Hälfte entweder direkt an die Privatkunden sowie Blumenläden, Gärtnereien oder so genannte „Broeierijen“, die die Zwiebeln im Winter zum Blühen bringen und früh im Jahr vermarkten. Die anderen 50 % handelt der Unternehmer auf der IVB Hobaho und CNBin Lisse, einer Art Börse, auf der sich Verkäufer und Käufer direkt gegenüberstehen und den Preis verhandeln. „Jeden Tag verlässt ein Lastwagen mit Zwiebeln unseren Hof“, so Cornel van Schagen.

Bekannt macht der Gartenbauer seine Produkte unter anderem auf der IPM in Essen, auf „Kasteel Groot-Bijgaarden“, einem Showroom für Blumen in Belgien oder im „Floratuin“ in Den Helder. „Wir haben auch ein Beet im Keukenhof in Noordwijk. Da kann man einen Barcode auf unseren Produkten scannen und landet so direkt auf der Internetseite von unserem Laden“, erklärt Cornel van Schagen die verschiedenen Kommunikations- und Werbewege.

Tulpenkunst und Gartenwissen

Ein kleiner Teil der Tulpen-, Krokus- und Narzissenzwiebeln landet in dem Geschäft, das Monique van Schagen auf dem Betrieb eingerichtet hat. „Früher hat Cornels Mutter auch schon ein kleines Lädchen auf dem Hof betrieben, in dem sie Blumenzwiebeln an Privatleute verkauft hat - für 5 Gulden pro Tüte“, lacht Monique. Heute liegen die Zwiebeln lose in Kisten, die Kunden können sie selbst auswählen und abwiegen lassen; die Beratung ist im Preis inklusive.

Monique van Schagen ist für das Administrative sowie die Direktvermarktungskunden, die auf den Hof kommen und sich umsehen möchten, zuständig. 2012 hat die Familie, zu der noch vier Kinder gehören, den Laden vergrößert und zu einem hellen, offenen Raum umgebaut. Diese Räumlichkeiten sind so gelungen, dass sie nicht nur als Verkaufsraum genutzt werden. „Seit zwei Jahren findet regelmäßig ein Abend einer Literaturreihe der Zeitschrift `Groei en Bloei´ in unserem Haus statt; das lockt jede Menge Gartenliebhaber auf unseren Betrieb!“, freuen sich die beiden über die Publicity. Darüber hinaus bietet Monique van Schagen Lehrgänge über Tulpen und andere Zwiebelgewächse an oder veranstaltet Workshops zur kreativen Geschenkegestaltung. „Der Renner war im letzten Frühjahr ein gefüllter Ritter: Wir haben eine Drahtfigur mit verschiedenen Blumenzwiebeln gefüllt, die dann nach und nach im Frühjahr bis zum Sommer aufgeblüht sind“, nennt Monique eine Idee ihrer Gartenkunst.

Sowohl sie als auch Cornel van Schagen geben Führungen über den Betrieb und die Zwiebelfelder. „Zu unseren Besuchern haben im letzten Jahr Fachleute einer Agrar-Reisegruppe aus den USA gehört wie auch die Mitglieder eines Oldtimer-Clubs, die mit 50 alten Wagen angerückt sind und bei uns Station samt Programm gemacht haben“.

Sicher ist: „Die Interessenten, die unseren Betrieb besuchen und an den Führungen teilnehmen, sind sofort hin und weg von unseren neuen, besonderen Spezialsorten. Die professionellen Stammkunden und Großabnehmer tun sich mit neuen Kreationen erfahrungsgemäß viel schwerer“. Er betont, wie wichtig diese Innovationen für den Betrieb sind - und dass auch die Großkunden früher oder später genauso begeistert sind von den Besonderheiten, die die Nic van Schagen & Zn. BV von den anderen Blumenzwiebelanbauern unterscheidet.

Energiesparen auf hohem Niveau

2006 baute Familie van Schagen eine neue 2 300 m² große Halle, die als Maschinenhalle sowie zum Lagern und Sortieren der Blumenzwiebeln dient. Die Besonderheit: Beim Bau der Halle wurde eine Wärmepumpe installiert. Was in niederländischen Unterglasgärtnereien mittlerweile häufiger zu sehen ist, war vor sieben Jahren die erste Anlage ihrer Art im Blumenzwiebelsektor. Durch den Betrieb der leistungsstarken Wärmepumpe mit angeschlossener Grundwasserspeicheranlage können im Betrieb van Schagen bis zu 60 % Erdgas eingespart werden - mit dem fossilen Brennstoff wurde bis dahin die Kraft-Wärme‐Kopplungsanlage zur Beheizung der Hallen angetrieben. Die KAVB - Koninklijke Algemeene Vereeniging voor Bloembollencultuur - hat damals die Untersuchungen, die dem Bau der Halle samt Wärmepumpe vorangingen, als Projekt zur alternativen Energiegewinnung beziehungsweise der CO2-reduzierten Produktion finanziell gefördert.


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