16.09.2019

Über 8 000 Äpfel in Bonn verteilt

Obstbauern werben für Obst aus der Region

„Iss regional“ – unter diesem Motto machten die Obstbauern perfekte Werbung für ihr Produkt
Foto: Kühlwetter

„Iss regional“ hieß es am 24. August auf dem Münsterplatz und in der gesamten Innenstadt von Bonn. Die Obstbauern der Kreisfachgruppe Bonn/Rhein-Sieg des Provinzialverbandes hatten die Aktion organisiert und wurden dabei auch von einigen Berufskollegen aus anderen Anbauregion unterstützt. Sie verteilten  über 8 000 frisch geerntete Äpfel der Sorte  `Delbarestivale´ aus dem Rheinland an die Verbraucher und wollten mit dieser Aktion zum Beginn der Apfelernte auf die Vorzüge des Obstangebotes aus regionaler Herkunft hinweisen.
Zugleich wollten die Obstbauern bei den Verbrauchern für den Kauf heimischer Äpfel werben. „Denn Äpfel, die quasi vor der Haustüre der Verbraucher wachsen, müssen nicht weit transportiert werden. So kann eine massive CO2-Belastung durch den langen Transport mit Kühl-LKW quer durch Europa vermieden werden“, betonte Ferdinand Völzgen, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau Bonn/Rhein-Sieg. Die Verbraucher könnten so aktiv Klimaschutz betreiben.

„Der Verzehr von heimischem Obst dient aber auch dem Erhalt der Kulturlandschaft. Viele Verbraucher lieben Radtouren und Spaziergänge durch die Obstanlagen in der Anbauregion. Diese Obstanlagen können nur erhalten werden, wenn auch künftig die Nachfrage nach heimischem Obst gesichert ist“, sagte Völzgen im Namen der Obstbauern. Denn leider stellten die Obsterzeuger immer häufiger fest, dass heimisches Obst aus den Geschäften verdrängt werde. Immer mehr Früchte aus anderen EU-Staaten oder Drittstaaten drängten auf den Markt, weil dort wegen der niedrigeren Sozial- und Umweltstandards Obst billiger als in Deutschland angebaut werden könne. „Dabei schmeckt das regional erzeugte Obst besonders gut, da es vollreif geerntet werden kann und bei der Sortenwahl nicht nur auf die Transportfähigkeit, sondern vor allem auf den Geschmack geachtet wird“, so Völzgen. „Wir ermuntern die Verbraucher mit unserer Aktion dazu, Im Lebensmitteleinzelhandel das Angebot von Äpfeln, Kirschen, Beerenfrüchten und anderen Obstarten aus der Region einzufordern, wenn dieses Saison hat, und damit aktiv für den Klimaschutz, den Erhalt der Kulturlandschaft, der Betriebe und der Arbeitsplätze im Rheinland einzutreten.

Nach den Eröffnungen der Erdbeersaison und nachfolgend der Süßkirschsaison, ist die Verteilung der Äpfel in der Bonner Innenstadt jetzt die dritte Aktion in dieser Saison, mit der die Obstbauern das für ein nachhaltiges Wirtschaften werben und an das Bewusstsein von Verbrauchern und Handel appellieren. Mit der Spende der Äpfel und der Bereitstellung von 500 bedruckten Stofftaschen wurden sie bei dieser Aktion durch Landgard unterstützt. Bei den Verbrauchern kam die Aktion ausgesprochen positiv an. Sie zeigten Offenheit sowie großes Verständnis für die Anliegen der Obstbauern und stellten in den Gesprächen mit den Obsterzeugern viele Fragen zum Anbau und zum Markt. Auch kritische Themen blieben dabei ab und an nicht außen vor. Diese konnten aber stets im konstruktiven Gespräch diskutiert werden.

Unter dem Strich war die Aktion der Obstbauern in der Bonner Innenstadt ein Beispiel für perfektes Marketing, authentisch und sachbezogen. Die Verbraucher fühlten sich sehr gut angesprochen, sie reagierten offen und verständnisvoll. Ziel muss sein, dass die Botschaft der Obstbauern sich weiter in den verschiedenen Schichten der Gesellschaft verinnerlicht und  – so die große Hoffnung der beteiligten Obsterzeuger – vielleicht auch zu einem Umdenken auch in manchen Einkaufszentralen des Einzelhandels führt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Aktion der Obstbauern in der Bonner Innenstadt aber nicht die  letzte in dieser Richtung sein, denn Erzeuger aus anderen Anbauregionen haben schon ihr Interesse geäußert, demnächst mit ähnlichen Aktionen vor Ort  Aufmerksamkeit im Sinne einer nachhaltigen, regionalen Produktion zu erwecken.                 

TK- /ah


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Ausgabe 08/2019

 

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