13.03.2019

Überleben in der Männerwelt

Sophie Passmann ist so etwas wie der lebende Beweis dafür, dass es Frauen selbst im noch so hippen gebührenfinanzierten Spartenfernsehen gar nicht einfach haben. Eine Erfahrung, die in von starken Männerüberhängen geprägten Arbeitswelten wahrscheinlich eher Alltag als Ausnahme ist. Ihr unlängst erschienenes Zweitwerk macht im Bücherregal mit seinem Cover samt schwarzer Krawatte auf pinkem Untergrund neugierig und bietet erstaunliche Einsichten in die Lebenswelt der schon im Büchertitel zitierten „Alten weißen Männer“. Und so ist es dann beides, eine Handreichung für junge Damen, denen im Laufe ihres Lebens mitunter schreckliche Stunden mit eben diesen Männern bevorstehen, und genauso gut auch für junge Herren, die nicht so enden wollen.

Für Männlein und Weiblein gleich ist, dass die in „Alte weiße Männer. Ein Schlichtungsversuch“ abgedruckten Nacherzählungen von Interviews einzuordnen helfen können, warum ein und dieselbe Situation auf die daran Beteiligten unterschiedlich wirken kann. Und da landet Mann dann schnell bei Priviligienblindheit, die Jovialität und Arroganz zur Folge haben kann. Und der Erkenntnis, dass Frauen, die die von Männern gemachte Welt stören, das eben nicht machen, weil sie bei Männern keinen Erfolg haben, humorlos und sowieso hysterisch sind. Sondern weil sie Frauen sind, die stolz, laut und selbstbestimmt sind, Vorstandschefinnen werden oder Hausfrauen, Kinder kriegen oder Karriere machen wollen oder beides. 304 Seiten kosten gut angelegte 12 €.

Tim Jacobsen


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Ausgabe 03/2019

 

Schädlinge und Krankheiten im Obstbau

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