17.09.2018

Weil sich etwas ändern muss

Andreas Möller, dem einen und anderen vielleicht von den Unternehmertagen 2017 oder dem 2013 unter dem Titel „Das grüne Gewissen“ erschienenen Reisebericht zu den Befindlichkeiten der Generation Landlust in Erinnerung geblieben, hat es wieder gemacht. Und zwar ein Buch geschrieben, das dieses Mal aber nicht die Begegnungen mit Kraftwerks- und Biomarktbetreibern schildert oder gar Karl den Käfer zitiert, sondern das unter dem Titel „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“ gleich noch selbst die Begründung für den Untertitel „Warum wir einen anderen Blick auf die Landwirtschaft brauchen“ liefert.

Und diese Begründung mag in vielen Fällen nicht unbedingt überraschen, schließlich lässt sich so einiges mit gesundem Menschenverstand auch im eigenen Kaminzimmer zusammenreimen – dennoch seien Möllers zehn Ideen als geballte Ladung weitestgehender Verbreitung und Beachtung gewünscht:

Da im Allgemeinen ja nur einzelne Aspekte an der Landwirtschaft kritisiert werden, sollte diesen Kritikpunkten Möller zufolge konsequent nachgegangen werden, um so eine Stigmatisierung zu verhindern. Positive Geschichten sollten im Vordergrund stehen, sollten laut Möller aber nicht dazu missbraucht werden, kritische Aspekte zu kaschieren. Kritische Stimmen aus den eigenen Reihen sollten nicht als Nestbeschmutzer diffamiert werden.

Storytelling kann Brücken bauen, und das möglichst personalisiert. Selbstgerechtigkeit hat im Umgang mit den Kritikern und Kritisierten nichts verloren. Gleichzeitig gilt aber auch: wer im medialen Grundrauschen herausstechen mag, darf Unerwartetes nicht scheuen. Kommunikation über soziale Medien ist unabdingbar.

Nicht zuletzt muss die Landwirtschaft selbst gesellschaftliche Debatten ernst nehmen, will sie selbst ernst genommen werden wollen. Dazu zählt Möller zufolge dann eben auch, dass es heutzutage nicht die vornehmste Aufgabe von Verbänden sein kann, möglichst robust nach außen aufzutreten, sondern sich vielmehr in Richtung glaubwürdiger Schnittstellen zur Gesellschaft zu entwickeln.

In dem Zusammenhang, so Möllers letzter Unterpunkt, sollten die Schlachten der Vergangenheit endgültig Geschichte sein, statt in konventionell und bio zu unterscheiden, sollten vielmehr Ideen für die Zukunft gesammelt werden.

Möller schließt sein am 24. September 2018 im Güterloher Verlagshaus erscheinende Werk mit dem Eingeständnis, dass auch er selbst nicht immer wissen will, was er sich da gerade in den Einkaufskorb gelegt hat. Und der Aufforderung, dass man es eben auch wissen wollen muss, und dass alle Überlegungen immer mit dem Blick in den Spiegel beginnen müssten. Um von da aus dann den Blick in Richtung Landwirtschaft - wie sie ist und wie sie sein wird - werfen zu können. 240 Seiten kosten 20 €.

Tim Jacobsen


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