09.08.2018

Wer hat´s erfunden? Die Österreicher waren´s!

Auch bei unseren Nachbarn im Süden gibt es die klassischen Aufregerthemen wie die Einkommenssicherung von Landwirten mit Hilfe öffentlicher Gelder, die emotional geführte Diskussion um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und andere chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie die Gentechnik. Soja-Importe, Bodennutzung, Wohl und Wehe der Lebensmittelkennzeichnung und die Sauberkeit des Grundwassers runden die Palette ab. Nicht viel anders als bei uns könnte man meinen. Stimmt, aber nicht ganz: Rund 50 landwirtschaftliche Unternehmen von Agrana Zucker bis ZAR Rinderzucht unterstützen Hannes Royers Idee:

„Meine Vision ist es, den Menschen den Wert österreichischer Lebensmittel bewusst zu machen und gemeinsam mit allen an der Produktionskette Beteiligten aufzuzeigen, was ein Lebensmittel ausmacht. Der Konsument soll wissen, dass er über die Entscheidung für ein Produkt die Qualität und die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion beim Bauern über die Art der Verarbeitung bis hin zur Präsentation im Handel mitbestimmen kann. Der Konsument hat es in der Hand!" Entstanden war die Idee 2012, als Royer neben seiner Tätigkeit als Bergbauer die Regionalmarke 'Heimatgold – Kostbares aus der Region' gründete, um im Zuge der Ski-WM in Schladming bäuerliche Produkte anzubieten, und es sich herausstellte, wie gering das Wissen der Konsumenten über Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln ist.

Dass Verbraucher ihre Kaufentscheidungen primär über den Preis treffen, gab den Anstoß, etwas zu bewegen: Die Idee, den Verein „Land schafft Leben“ zu gründen, war geboren. Grundvoraussetzung für Royer war dabei die Unabhängigkeit des Vereins: „Wir zeigen die aktuelle Situation. Wir beschönigen nicht, wir skandalisieren nicht, wir zeigen die Realität. Unser Anspruch ist Authentizität. Wir machen uns ein Bild vor Ort, besuchen Bauern, Verarbeiter, Händler sowie Konsumenten, führen Interviews und dokumentieren Emotionen, Prozesse und Gespräche. Genau diese Bilder und Eindrücke zeigen wir euch auf www.landschafftleben.at.

Jeder Recherche- und Analyseprozess ist vielschichtig, jeder Schritt essentiell. Um überhaupt mit unserer Arbeit beginnen zu können, müssen wir uns zuerst einen Überblick über die Branche verschaffen und Schlüsselpersonen kennenlernen. Ohne Wertschätzung und Vertrauen in unsere Arbeit seitens der Beteiligten könnten wir niemals so tief in die Welt jedes einzelnen Lebensmittels eintauchen. Zu unserer mehrmonatigen Recherchearbeit zählen das Identifizieren der relevanten Experten und Gesprächspartner, unzählige Hintergrundgespräche und Interviews mit Beteiligten, das Priorisieren von Inhalten und Ergebnissen sowie mehrere interne und externe Feedbackrunden.

Zu jedem Lebensmittel laden wir Vertreter der Branche ein und lassen sie am Recherche- und Analyseprozess teilhaben – sowohl Bauern, Verarbeiter, Händler, Experten als auch Konsumenten. Die Recherche und die Validierung der Informationen zeichnet sich durch hohe Detailgenauigkeit und kritische Herangehensweise aus. Das generierte Wissen bereiten wir verständlich und anschaulich für euch auf.

Milch, Apfel und Huhn als in Österreich beliebte Lebensmittel waren die ersten drei Nahrungsmittel, die wir untersucht haben. In Abhängigkeit von landwirtschaftlichen Produktions- und jahreszeitlichen Anbau- und Erntebedingungen legen wir vereinsintern jeweils die nächsten Lebensmittel fest. Je nach Lebensmittel dauert die Informationsaufbereitung durchschnittlich ein Jahr, parallel erarbeiten wir stets mehrere Lebensmittel und stellen sie euch hier zur Verfügung.“ Was dem 13köpfigen Team um Royer Sehens-, Lesens-, und Hörenswertes zum Thema Zwiebeln eingefallen ist, lässt sich im Internet unter  https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/zwiebel/videos bewundern.

Tim Jacobsen


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Ausgabe 09/2018

 

Schädlinge und Krankheiten im Obstbau

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