07.12.2021

Zierpflanzen 2021: 15 % weniger Betriebe in Deutschland als 2017

Für den Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) zeigt die Zierpflanzenerhebung einmal mehr die Marktorientierung und Flexibilität der Branche: „Der Strukturwandel im Zierpflanzenbau setzt sich zwar fort,“ so BVZ-Vorsitzender Frank Werner, „aber die Produzenten reagieren positiv auf Verbrauchertrends und passen ihre Kulturen entsprechend an.“ So ist die Erweiterung der Anbauflächen bei Zimmerpflanzen eine Reaktion auf Trends wie urban jungle und einer fast unstillbaren Nachfrage gerade junger Verbraucher nach Grünpflanzen. Mit einer Steigerung um 56,9 Prozent erreichen grüne Zimmerpflanzen damit wieder das Produktionsniveau von 2012."

In Deutschland gibt es 2021 rund 3 120 Zierpflanzenbetriebe, die auf einer Grundfläche von insgesamt 6 270 Hektar Blumen und Zierpflanzen anbauen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die Zahl der Zierpflanzenproduzenten im Vergleich zur letzten Zierpflanzenerhebung im Jahr 2017 um 15,0 % zurückgegangen. Die Grundfläche für den Anbau hat um 4,8 % abgenommen. Mit 1 650 Hektar befindet sich mehr als ein Viertel (26,3 %) dieser Grundfläche unter Gewächshäusern und anderen hohen begehbaren Schutzabdeckungen.

Nordrhein-Westfalen regionaler Spitzenreiter im Zierpflanzenanbau

Nordrhein-Westfalen ist 2021 mit nahezu der Hälfte der Grundfläche (46,3 % oder 2 900 Hektar) das mit Abstand bedeutendste Bundesland für den Zierpflanzenanbau. Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg verfügten zusammen mit mehr als 2 140 Hektar über weitere 34,1 % der Grundfläche.

Stauden bei Freilandpflanzen inzwischen wichtigstes Produkt

Bei den Freilandpflanzen haben 2 200 Gartenbaubetriebe im Jahr 2021 insgesamt knapp 802 Millionen Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden als verkaufsfertige Pflanzen (Fertigware) erzeugt.

Das wichtigste Produkt war dabei die Staude mit gut 133 Millionen Stück. Das waren 17,9 % mehr als 2017. Die Erzeugung von Veilchen und Stiefmütterchen (Gattung Viola) liegt hingegen aktuell bei 127 Millionen Stück und ist damit um 30,5 % gegenüber 2017 gesunken. Auch der Anbau von Besenheide (Calluna) hat um 21,5 % gegenüber 2017 abgenommen und liegt nun bei knapp 91 Millionen. Es folgen Geranien (Pelargonium) mit unverändert 67 Millionen Stück.

Zimmerpflanzen: Mehr Kakteen, Grün- und Blattpflanzen

1 210 Gartenbaubetriebe haben im Jahr 2021 rund 109 Millionen Zimmerpflanzen als verkaufsfertige Pflanzen (Fertigware) produziert (+ 15,8 % gegenüber 2017). Den größten Anteil daran hatten mit gut 20 Millionen Stück weiterhin die Weihnachtssterne (+22,8 % gegenüber 2017). Es folgten Kakteen, Grün- und Blattpflanzen mit 17 Millionen Stück (+ 56,9 %), die damit annähernd wieder den Erzeugungsumfang von 2012 erreicht haben.

Schnittblumenfläche um 9,5 % gesunken

Schnittblumen wurden 2021 auf einer Anbaufläche von 2 810 Hektar erzeugt. Das waren 9,5 % weniger als im Jahr 2017. 93,3 % dieser Anbauflächen befanden sich im Freiland, 6,7 % in Gewächshäusern oder unter hohen Schutzabdeckungen.

Im Freiland dominierte der Anbau von Sommerblumen und Schnittstauden mit 790 Hektar, gefolgt von Gehölzen zum Grün-, Blüten- und Fruchtschnitt mit 410 Hektar. In Gewächshäusern sowie unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen nahmen Rosen mit knapp 83 Hektar die größte Fläche ein, vor Sommerblumen und Schnittstauden mit 25 Hektar. Die Anbaufläche bezieht im Gegensatz zur Grundfläche die Mehrfachnutzung auf der gleichen Fläche mit ein.

Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse bietet die Fachserie 3 Reihe 3.1.6 „Zierpflanzenerhebung 2021“ sowie die Tabellen 41213-0004 bis 41213-0011 in der Datenbank GENESIS-Online.

Quelle: Destatis/ZVG