27.11.2017

Zukunft des Standorts Klein-Altendorf in der Hand der Betroffenen

Foto: Jacobsen

 

Staatssekretär Andy Becht (r.) betonte auf der Rheinisch-Nassauischen Obstbautagung zwar, dass der Forschungsstandort Klein-Altendorf Rheinland-Pfalz „am Herzen“ läge. Der Beschluss des Mainzer Landtags, die Miet- und Pachtverträge für Gebäude und Anbauflächen auslaufen zu lassen, bleibe aber wirksam. So konnte man bei Bechts Ausführungen den Eindruck gewinnen dass, wenn, ja wenn die Legislative, also das rheinland-pfälzische Parlament, der Exekutive, also der Regierung, der Becht angehört, nicht den Auftrag gegeben hätte, die Pacht- und Mietverträge nicht zu verlängern, alles ganz anders gekommen wäre - was Becht zufolge aber keinesfalls den 2016 gewählten Volksvertretern angelastet werden könne, sondern allenfalls deren Vorgängern; also dem rotgrünen Vorläufer der derzeit regierenden Ampelkoalition.

Und so muss die Lösung, Sympathiebekundungen des Staatssekretärs hin oder her, zweifelsohne irgendwo in der Mitte zwischen den Parlamentsbeschlüssen einerseits und der Aufrechterhaltung der unzweifelhaft überregionalen Bedeutung des „Obstbaulichen Kompetenzzentrums“ im südöstlichen Ausläufer der Zülpicher Börde andererseits gefunden werden.

In der von Norbert Schäfer, Ludwig Schmitt und Georg Boekels an Becht Eingangs der Obstbautagung übergebenen Resolution skizzierten die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Obstbau im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., der Fachgruppe Obstbau im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd e.V. sowie der Landesfachgruppe Obstbau im Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V. einen möglichen Ausweg aus dem Dilemma: mit den drei Standorten Köln-Auweiler, Klein-Altendorf und Oppenheim solle das Kooperationszentrum Gartenbau zu einem Obstbauzentrum West weiterentwickelt werden.

Dazu brauche es ein „deutliches Bekenntnis des Landes Rheinland-Pfalz zu den Obstbauversuchsstandorten Klein-Altendorf und Oppenheim“. Ein erstes Zeichen, dass es den Verantwortlichen ernst sei, könne darin bestehen, dass „die Stelle des Leiters des Versuchsbetriebes Klein-Altendorf mit Spezialberatung Kernobst Rheinland-Pfalz zeitnah, vollumfänglich, fachlich gleichwertig und eben auch am Standort Klein-Altendorf“ wieder besetzt werde. Schäfer, Schmitt und Boekels sehen die Zukunft in einer „engen Verzahnung von praxisorientiertem Versuchswesen und angewandter Wissenschaft unter Beteiligung der Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich sowie der beiden Bindestrichländer Rheinland-Pflanz und Nordrhein-Westfalen“.

Ein „neues Fachgremium unter Beteiligung von Vertretern dieser Institutionen sowie einer ausreichenden Zahl von Obstbauern soll dazu ein neues, tragfähiges Konzept erarbeiten, das auch zukünftig eine länderübergreifende obstbauliche Beratung durch spezialisierte Berater sowie die Fortführung der praxisorientierten und bewährten Lehre und Berufsausbildung sicherstellen soll“. Wobei die Erstellung eines inhaltlichen Konzeptes wahrscheinlich eher die kleinere Schwierigkeit sein wird – die grundsätzliche Bedeutung neutraler und unabhängiger Beratung bezweifelt ja auch niemand – deutlich schwieriger wird dann sein, die Finanzierung eines solchen Vorhabens rund zu bekommen oder wie Becht erklärte: „Wir brauchen Mittel Dritter“.

Tim Jacobsen

 


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