13.11.2018

BVL: Illegaler Handel mit Pflanzenschutzmitteln ist globales Problem

Der Handel mit illegalen Pflanzenschutzmitteln ist ein globales Problem - darin waren sich in der Diskussion die Experten einig (von links: Rien van Diesen, Europol; Moderator Johannes Kaufmann; Dr. Hans-Joachim Henn, Bayer AG; Gonzalo Granado Lois, Europäische Kommission).
Foto: Pflug/BVL

Der Handel mit illegalen Pflanzenschutzmitteln ist nach Einschätzung von<abbr title="Europäisches Polizeiamt"></abbr> Europol einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der organisierten Kriminalität in der Europäischen Union. Gefälschte oder nicht genehmigte Mittel können ein Risiko für die Gesundheit und die Umwelt darstellen und verursachen zudem große wirtschaftliche Schäden. In Braunschweig diskutierten am 6. und 7. November 2018 Experten von Institutionen der EU <abbr title="Europäische Union"></abbr>, aus Behörden verschiedener EU <abbr title="Europäische Union"></abbr>-Mitgliedstaaten und der Bundesländer sowie der Wirtschaft über Wege, den illegalen Handel entschieden zu bekämpfen. Sie sprachen sich dabei für stärkere Kontrollen und mehr Kooperation aus. Zu dem Symposium aus der Reihe „Herausforderungen“ hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL<abbr title="Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit"></abbr>) eingeladen.

Nach Schätzungen des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) waren im Jahr 2017 rund 14 % der in der<abbr title="Europäische Union"></abbr> EU gehandelten Pflanzenschutzmittel gefälscht – dies entspricht einem Marktvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Der weltweite Anteil illegaler Mittel am Gesamtmarkt für Pflanzenschutzmittel wird auf jährlich über sechs Milliarden Euro geschätzt. „Wir haben es hier mit einer Form der organisierten Kriminalität zu tun, die globale Lieferketten entwickelt hat und weltweit agiert“, umriss BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky in seiner Begrüßungsrede vor rund 80 Experten aus 15 Staaten die Dimension des Problems. Statt geprüfter und von den Behörden zugelassener Substanzen, die in der vorgesehenen Anwendung sicher seien, würden gefälschte Produkte mit unbekannten Chemikalienmixturen in den Umlauf gebracht. „Niemand weiß, was darin enthalten ist, niemand hat sie getestet“, so Tschiersky.

Um diesen illegalen Handel entschieden zu bekämpfen, seien ein umfassender Ansatz und interdisziplinäre, internationale Kooperationen gefordert. Immer mehr Pflanzenschutzmittel würden im Internet gehandelt, was die Kontrolle aufgrund mangelnder Proben erschwere. Tschiersky kündigte deshalb an, das BVL werde seine Expertise bei der Überwachung des Internethandels mit Lebensmitteln in Zukunft auf den Handel mit Pflanzenschutzmitteln ausweiten.

Quelle: BVL


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